Der Schulunterricht in der Corona-Pandemie sieht anders aus, als noch zu Beginn des Schuljahres. (Symbolfoto) Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Wie geht es in den Schulen nach den Sommerferien weiter? Die SPD fordert vom Kultusministerium dafür Konzepte unter den Bedingungen der Coronakrise.

Stuttgart - Die oppositionelle SPD fordert vom Kultusministerium, jetzt Konzepte für den Schulunterricht nach den Sommerferien unter den Bedingungen der Corona-Krise vorzulegen. „Wir wollen einen Schulbetrieb, der so gut funktioniert, wie es unter Infektionsgesichtspunkten nur irgendwie geht, und zwar verantwortbar“, sagte SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch am Dienstag in Stuttgart. „Wir können das Ganze nicht weitertreiben lassen und im nächsten Schuljahr wieder quasi nur auf Sicht fahren.“

Die SPD machte eigene Vorschläge: Dazu gehören, dass die Lehrer spätestens mit Beginn des neuen Schuljahres im wöchentlichen Abstand auf das Coronavirus getestet werden sollen, die Ausweitung der Schulsozialarbeit, der zügige Ausbau der Anbindung von Schulen an das Internet und die Überprüfung der Bildungspläne. Es müsse geklärt werden, was im Schuljahr 2020/21 in jedem Fall unterrichtet werden müsse und was im Zweifel weggelassen werden könne. Lehrer und Schüler müssten mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden - Lehrer müssten auch für den Unterricht mit den digitalen Medien geschult werden.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) entgegnete: „Bereits seit längerem arbeiten wir in Abstimmung mit anderen Bundesländern an Konzepten, mit denen wir eine optimale Verzahnung von Präsenz- und Fernunterricht erreichen wollen.“ Es sei auch geplant, allen eingesetzten Lehrern und Erziehern Tests auf das Coronavirus zu ermöglichen. Sie erinnerte auch daran, dass Baden-Württemberg den Schülern etwa 300 000 digitale Endgeräte leihen wolle.

Plan wichtig für Vorbereitung

Die Rektorin der Friedrich-Schelling-Schule in Besigheim (Landkreis Ludwigsburg), Renate Opiolla, pflichtete Stoch bei: „Ich brauche einen Plan für nach den Sommerferien.“ Für Schulleitungen sei es wichtig, Anfang Juli einen Plan A und einen Plan B zu haben - für alle Fälle. Die Kollegen arbeiteten ohne Ende und bräuchten Zeit zur Vorbereitung. Der Vorsitzendes des Gesamtelternbeirats der Stadt Mannheim, Thorsten Papendick, beklagte eine mangelnde Kommunikation des Kultusministeriums mit den Elternvertretern. So habe das Ministerium freiwillige Lernangebote in den Sommerferien angekündigt. Wie das umgesetzt werden solle, darauf gebe es keine Antwort.

Stoch warf Kultusministerin Eisenmann vor, sich weniger den fachlichen Notwendigkeiten zu widmen, sondern vor allem parteipolitisch als Spitzenkandidatin der CDU zur Landtagswahl 2021 zu handeln. „Das halten wir für nicht verantwortbar.“ Eisenmann hatte angekündigt, dass alle Jahrgangsstufen ab Mitte Juni in einem wöchentlichen Wechsel Fernunterricht erhalten und in den Schulen unterrichtet werden sollen. Die Grundschulen sollen bis Ende Juni wieder vollständig öffnen - dann ohne Abstandsgebote.

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