Die Spargelernte beginnt im März. Foto: dpa/Martin Schutt

Aufgrund der Corona-Krise plädieren die Erdbeer- und Spargelanbauer, dass die Saisonarbeiter wie im vergangenen Jahr fünf Monate sozialversicherungsfrei auf deutschen Höfen arbeiten dürfen. Eigentlich sind es nur drei Monate.

Bruchsal - Die Erdbeer- und Spargelanbauer plädieren wegen Corona für einen längeren Einsatz von Saisonkräften auf den Feldern. Wie im vergangenen Jahr sollten die Helfer aus Osteuropa fünf Monate sozialversicherungsfrei auf deutschen Höfen arbeiten dürfen, sagte Simon Schumacher, Vorstandssprecher der Verbandes Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE), am Mittwoch. Der VSSE sowie drei weitere Verbände wandten sich deshalb in einem offenen Brief an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Die längere Dauer bewirke, dass die Betriebe nicht wie früher nach drei Monaten die Teams auswechseln müssen. Die Helfer könnten dann von der Spargelernte im März bis zur Erdbeerernte im Juli Geld verdienen, heißt es beim VSSE in Bruchsal. Damit lasse sich das Risiko der Infektion bei An- und Abreise der Gruppen minimieren. Vor dem Hintergrund eines absehbaren Mangels an Erntehelfern sei es wichtig, attraktive Arbeitsbedingungen wie sozialversicherungsfreie Tätigkeit beizubehalten. Eine verlängerte Beschäftigungsdauer komme auch Deutschen zugute, die wegen Corona ihr Jobs verloren haben.

Für die Ernte von Spargel und Beeren werden bundesweit 140 000 von 300 000 Saisonkräften gebraucht, davon im Südwesten mehr als 21 000. Die Höfe müssen Hygienekonzepte erstellen. Laut Schumacher waren sie keine Treiber von Infektionen. „Wenn in diesem Mikrokosmos aber ein Helfer infiziert ist, verbreitet das Virus sich dort sehr schnell.“

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