Am Schadstoff-Hotspot Neckartor sind wegen der Maßnahmen gegen das Coronavirus viel weniger Autos unterwegs. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die von Bund und Ländern ausgerufenen Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus zeigen auch am Schadstoff-Hotspot Neckartor eine Wirkung. Dort fahren deutlich weniger Autos als vor der Krise.

Stuttgart - Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus und die von verschiedenen Firmen eingeleitete Kurzarbeit zeigen deutliche Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen in der Landeshauptstadt, auch am Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Brennpunkt Neckartor.

Die bundesweit bekannte Meßstelle passierten am Donnerstag, 19. März, in beide Richtungen 44 016 Fahrzeuge. Da waren die von Bund und Ländern ergriffenen Maßnahmen gegen das Coronavirus mit Schließungen im Einzelhandel, bei Theatern, Museen und Sporteinrichtungen erst vier Tage alt. Am Donnerstag, 5. März, hatten noch 62 684 Fahrzeuge die Meßstelle passiert, teilte die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) auf Anfrage mit. Der Rückgang innerhalb von zwei Wochen betrug damit 30 Prozent.

Vor einem Jahr rollten 37,4 Prozent mehr Autos

Im Vergleich zu den Donnerstagen im März 2019, als im Schnitt innerhalb von 24 Stunden sogar 70 274 Fahrzeuge in beide Fahrtrichtungen auf der B 14 am Neckartor erfasst worden waren, beträgt der Rückgang der Verkehrsmenge mit Blick auf den 19. März 2020 sogar 37,4 Prozent. Von April 2019 an hatte das Fahrverbot für Diesel einschließlich der Euronorm 4 auch in Stuttgart gegriffen, dazu kam dann noch eine Busspur stadtauswärts auf Höhe der Meßstelle.

Die abnehmenden Fahrzeugzahlen „wirken sich mindernd auf die Menge der durch Verkehr verursachten Luftschadstoffe aus“, so eine Sprecherin der LUBW. Allerdings habe auch die Wetterlage einen großen Einfluss auf die Schadstoffbelastung. Bei fehlendem Niederschlag und geringeren Windgeschwindigkeiten reicherten sich Schadstoffe leichter in der Luft an. Der Faktor „besseres Wetter“ führe damit zu schlechteren Werten. „Ein Rückgang der Verkehrsfrequenz führt nicht automatisch zu einer deutlich geringeren Menge an Luftschadstoffen“, so die LUBW. Letztlich spielten zahlreiche Faktoren zusammen.

Die Belastung mit Feinstaub sinkt

In der Landeshauptstadt war 2016 der Feinstaubalarm eingeführt worden, um Autofahrer bei hoher Schadstoffbelastung zum Umstieg auf Bus und Bahn zu animieren. 2018 konnte erstmals die EU-Vorgabe von maximal 35 Tagen im Jahr mit mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft eingehalten werden. In diesem Jahr gab es bisher 8 Überschreitungstage, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 20 gewesen.

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