Die Mitarbeiter in Krankenhäusern haben derzeit alle Hände voll zu tun und sind selbst täglich einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Foto: z/Maks Richter Stuttgart

In der Mitarbeiterschaft der Filderklinik gibt es die ersten Krankheitsfälle. Die Lage könnte sich schon in den nächsten Tagen dramatisch zuspitzen. Die Krankenhaus will handlungsfähig bleiben und ruft zur Mithilfe auf.

Bonlanden - Seit Beginn der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus bereitet sich die Filderklinik darauf vor, eine möglichst große Anzahl Betroffener stationär versorgen zu können. Nun bittet sie Freiwillige um Unterstützung. Der Geschäftsführer Nikolai Keller erklärt, was es damit auf sich hat.

Wie ist die derzeitige Situation in der Filderklinik angesichts der Corona-Pandemie?

Wir haben die letzten Wochen genutzt, um uns intensiv vorzubereiten. Unter anderem haben wir frühzeitig unsere Beatmungskapazitäten in der Intensivstation und unsere Isolierstation erweitert. Die Filderklinik ist auf eine wachsende Anzahl von Patienten eingestellt. Dazu sind wir vernetzt mit den anderen Krankenhäusern in der Region und handeln abgestimmt mit der Oberleitstelle. Die Filder­klinik verfügt zudem über einen Covid- Eskalations- und Katastrophenplan, der schrittweise umgesetzt werden kann. Wichtig ist: Wir sind eine der größten Geburtskliniken im Großraum Stuttgart. Alle Geburten gehen bei uns ganz normal weiter, denn auch da sind wir gut aufgestellt. Wir haben alles vorbereitet, um Schwangeren, Gebärenden und ihren Kindern die maximale Sicherheit zu gewährleisten. Das Gleiche gilt für alle anderen Patienten, die eine Versorgung bei uns benötigen. Der normale Krankenhausbetrieb geht so weit möglich weiter.

Wie stark sind Ärzte, Schwestern, Krankenpfleger aktuell schon ausgelastet?

Wir sind aktuell noch handlungsfähig, auch wenn es natürlich Krankheitsfälle in der Mitarbeiterschaft gibt. Es geht uns mit unserem Aufruf an Ehrenamtliche darum, handlungsfähig zu bleiben, wenn sich die Situation zuspitzt, was schon in den nächsten Tagen der Fall sein kann. Dafür bilden wir jetzt schon vorausschauend einen Pool von Ehrenamtlichen und Berufsträgern.

Wen genau suchen Sie? Also wer kann Ihnen in der aktuellen Situation am besten helfen?

Die Filderklinik sucht erstens Profis, die zurzeit nicht aktiv in ihrem Beruf arbeiten – also Menschen mit einer pflegerischen oder ärztlichen Ausbildung oder intensivpflegerischer Erfahrung. Sie würden bei uns ganz normal bezahlt werden, könnten nach ihren individuellen Wünschen vorübergehend, aber gerne auch dauerhaft in unserem Hause tätig sein. Zudem sucht das Haus zweitens Menschen, die ehrenamtlich mithelfen wollen. Sie müssen nicht über eine medizinische Facherfahrung verfügen, weil sie in jenen Bereichen arbeiten könnten, die nichts direkt mit der medizinischen Patientenversorgung zu tun haben. Solche Bereiche könnten sein: die Essensausgabe, Unterstützung am Empfang, die Hauswirtschaft, aber auch Assistenzaufgaben für in der Pflege tätige Mitarbeiter wie das Einkaufen, wenn diese Mitarbeiter nicht mehr dazu kommen sollten, einzukaufen, weil sie im Krankenhaus gebunden sind. Kurzum: Wir sind froh über helfende Hände, die uns in vielfältiger Weise unterstützen.

Wird die Arbeit der freiwilligen Helfer entlohnt, und wie sind diese während ihrer Mitarbeit in der Filderklinik versichert?

Natürlich sind in der Filderklinik auch alle Freiwilligen versichert. Allerdings denken wir bei den ehrenamtlichen Unterstützern wirklich an ein Ehrenamt – das keine finanzielle Entlohnung kennt.

Wie werden die freiwilligen Helfer unterstützt, damit sie sich nicht selbst mit dem Virus anstecken?

Jeder, der in der Filderklinik arbeitet, wird mit allem Nötigen wie Masken oder Handschuhen versorgt. Jeder unserer Mitarbeiter wird immer gut ausgestattet, denn die Filderklinik ist – nicht zuletzt aufgrund einer großzügigen Spende der Firma Mahle – hinreichend ausgerüstet, um Schutz zu gewährleisten.

Was kann jeder Einzelne tun, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen?

Eine intensive Händehygiene betreiben und Abstand halten. Der Virus kann weder fliegen noch die Beine hochkrabbeln. Abstand zu halten, ist die wichtigste Vorbeugung, die jeder Bürger ohne Probleme betreiben kann.

Wer in der Filderklinik mithelfen möchte, findet auf der Internetseite www.filderklinik.de in der Rubrik „Aktuelles“ ein Formular. Dieses muss ausgefüllt und per E-Mail an unterstuetzung@filderklinik.de zurückgeschickt werden.

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