In den Voralbgemeinden gibt es viele Teststationen – dank der Initiative von privaten Betreibern. Trotzdem laufen im Gesundheitsamt nach wie vor viele Anträge zum Betrieb von Teststellen ein. Woran liegt das?
Heiningen - Freitagvormittag zehn Uhr, in der Heininger Corona-Schnellteststelle in der Lindenstraße herrscht reges Kommen und Gehen. Pina Ertekin testet fast am laufenden Band. Bereits im November hat ihre Schwägerin Ayse Korkmaz die Teststelle in ihrer Garage eingerichtet. „Die machen das hier bestens. Ich bin sehr zufrieden“, erklärt einer, der wie viele andere Stammgast ist und sich hier regelmäßig testen lässt.
Ayse Korkmaz ist in Heiningen bekannt. Seit vielen Jahren ist sie in der Hausarztpraxis Marc Lux als Arzthelferin tätig. Dort stellte sie auch den großen Bedarf fest. „Es gab nur wenige Teststellen und die Nachfrage in der Praxis war groß“, berichtet sie. „Weil das dort aber zeitlich gar nicht möglich ist, wollte ich wieder eine Anlaufstelle vor Ort schaffen, als die örtliche Apotheke die Schnelltests einstellte.“
Die Menschen kommen zum Testen und zum Schwatzen
Angeboten werden Nasenabstrich-Tests und Lollitests für die Kinder. Und damit die Kleinen gern zum Testen kommen, steht auch eine Schachtel mit Spielzeug bereit, aus der die Kleinen sich nach erfolgreich absolviertem Test etwas aussuchen dürfen. „Die Leute sind nett und dankbar, es geht familiär zu, viele kennen sich, halten einen Schwatz wenn mal mehr los ist oder so lange sie auf das Ergebnis warten“, berichtet Ayse Korkmaz. „Anfangs kamen bis zu 120 Leute täglich; jetzt wird es langsam weniger, meist 80 bis 100.“
Sonntag ist der Haupttag, weil viele das Ergebnis montags für den Arbeitsplatz oder für den öffentlichen Nahverkehr brauchen. In jüngster Zeit häufen sich die positiven Ergebnisse. „Momentan haben wir fünf bis zehn positive Fälle täglich.“
Das Sportstudio betreibt die Teststation seit Frühjahr 2021
Auch in Bad Boll wird in einer Holzhütte vor dem Sportstudio „in shape“ täglich getestet. Die Station ist eine der „medical services filstal“. André Schwarz bestätigt, dass auch bei ihm der Sonntag der Tag mit der höchsten Frequenz ist. „Durchschnittlich 50 Leute am Tag unter der Woche, zwischen 100 und 150 am Sonntag.“ Auch hier findet sich hauptsächlich „Stammpublikum“ ein. Die für alle zugängliche Teststation gibt es seit dem Frühjahr 2021. „Wir wollten unseren Mitgliedern einen guten Service bieten“, macht der Sportstudioleiter Dennis Prosinecki deutlich. „Mittlerweile kommen aber mehr Externe als Mitglieder.“ Auch hier kommen Lolli- und auch Nasenabstrich-Tests zum Einsatz.
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Regelmäßige Corona-Schnelltests gehören mittlerweile zur Routine. Waren die Teststellen zu Beginn der Pandemie eher rar gesät, schossen sie in den vergangenen Wochen in Garagen, Bauwagen, Zelten, Containern und Hütten fast wie Pilze aus dem Boden. Im Voralbgebiet bieten nun alleine in Heiningen vier Schnellteststellen ihre Dienste an, in Bad Boll sind es drei, in Dürnau und Zell jeweils zwei und in Hattenhofen, Gammelshausen und Gruibingen je eine.
Das Personal von Teststellen muss nicht geimpft sein
Dass beim Gesundheitsamt etliche Anträge zum Betrieb einer Teststelle eingehen, lässt vermuten, dass das durchaus einträglich ist. Pro Schnelltest werden laut Impfverordnung 8 Euro erstattet. Zusätzlich werden 3,50 Euro Sachkosten je Test erstattet, da neben den Aufwendungen für das Personal und das Buchungssystem auch Materialien wie Handschuhe, Kittel und Desinfektionsmittel anfallen. „Die einzusetzenden Tests müssen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen und gelistet sein. Die Räumlichkeiten müssen ebenfalls bestimmte Anforderungen erfüllen. Beispielsweise muss eine räumliche Trennung zwischen zu testenden Personen und anderen Personen, gewährleistet sein“, erklärt das Gesundheitsamt.
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Davon, dass alle Tester geimpft sind, können Testwillige nicht ausgehen. „Aktuell gibt es keine gesetzliche Regelung, die eine Impfung für das Personal von Teststellen vorschreibt“, erklärt Clarissa Weber. Seitens des Teststellenpersonals besteht keine Verpflichtung zur Vorlage eines Impfnachweises, wenn Bürger oder Bürgerinnen dies vor einem Test verlangen.“
Alle Schnellteststellen im Landkreis unter www.landkreis-goeppingen.de/start/_Aktuelles/antigen-schnelltests.
Gesundheitsamt stimmt sich mit den Gemeinden ab
Anträge
„Es gehen aktuell mehr Anträge für die Eröffnung einer Bürgerteststelle ein, als Bedarf besteht“, teilt die Pressereferentin des Landratsamts, Clarissa Weber, mit. „Das Gesundheitsamt sichtet die Unterlagen der Antragssteller und stimmt vor Neuzulassungen den Bedarf mit den Gemeindeverwaltungen vor Ort ab.
Ermessen
Es handle sich um eine Ermessensentscheidung des Gesundheitsamtes, erklärt Clarissa Weber. Zu den Anforderungen gehöre ein Hygienekonzept. Es müsse deutlich ersichtlich sein, dass infektionsschutzrechtliche, medizinproduktrechtliche und arbeitsschutzrechtliche Vorgaben eingehalten würden. Das Personal müsse außerdem entsprechend geschult und die Teststelle an die Corona-Warnapp angebunden sein.