Das Wappen der indischen Partnerstadt Mumbai auf einer Stuttgarter Stadtbahn. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Corona hat Indien brutal im Griff: Das dortige Gesundheitsministerium vermeldete am Donnerstag den weltweiten Höchstwert von 379 000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Stuttgart, das mit Mumbai eine Städtepartnerschaft unterhält, will mithelfen, die Folgen abzumildern.

Stuttgart - Beklemmende Coronanachrichten und Bilder kommen seit Tagen aus Indien. Das muss auch Stuttgart interessieren, das mit der größten indischen Stadt, Mumbai, seit 1968 eine Städtepartnerschaft unterhält. Und das tut es auch. „Wir sind seit Ausbruch der Pandemie regelmäßig im Kontakt mit der Verwaltung in Mumbai, dem deutschen Generalkonsulat in Mumbai, dem Land Baden-Württemberg als Partnerland des Bundesstaates Maharashtra und einzelnen Hilfsorganisationen“, erklärt ein Sprecher der Stadt auf Anfrage. Für die akute Notfallhilfe sei der Bund zuständig, der auch bereits Unterstützung zugesagt habe. Der Stadtsprecher betonte: „Falls wir die Hilfen des Bundes oder des Landes durch unsere Kontakte in Mumbai sinnvoll begleiten können, tun wir das gern.“

Stuttgart hilft bei der Pandemiefolgenbekämpfung

Stuttgart habe schon zuvor einige konkrete Schritte unternommen. Als Beispiele nennt der Sprecher die finanzielle Unterstützung einer Nähstube in Mumbai im Rahmen der Coronasoforthilfe der Stiftung Manager ohne Grenzen sowie einen Auftrag zur Produktion sogenannter Charitymasken. Die Internationale Abteilung der Stadt versuche zurzeit Drittmittel zu akquirieren, um Hilfsorganisationen vor Ort bei der Pandemiefolgenbekämpfung zu helfen. Dabei gehe es um Überlebenshilfen und Bildungsprojekte für Kinder. Der Sprecher verwies außerdem auf das Engagement der Schöck-Familien-Stiftung mit Sitz in Baden-Baden. Sie finanziere ein Projekt, dass vor Ort von Don Bosco durchgeführt werde, einer weltweiten Bewegung. Ordensleute und Laien. Die Stiftung wolle ein Bildungsprojekt für Kinder in Mumbaier Slums starten, die durch die Pandemie von der Schulbildung abgehängt worden seien.

3700 indische Staatsbürger leben in Stuttgart

Insgesamt sei die Situation in Mumbai besser als etwa in Indiens Hauptstadt Neu Delhi. Das sei dem Umstand zu verdanken, dass dort bereits seit Anfang April ein Lockdown gelte. Die Lage in Mumbai sei schwierig aber nicht hoffnungslos, erklärte der Stadtsprecher mit Verweis auf das deutsche Generalkonsulat in der 15-Millionen-Metropole. In Stuttgart leben nach Auskunft der Stadt aktuell etwa 3700 indische Staatsbürger, viele seien zugewanderte Fachkräfte oder Studierende. Am Donnerstag war erstmals ein Fall der indischen Corona-Mutante bestätigt worden. Der Mann war bereits Anfang März positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Stadt geht nicht davon aus, dass er weitere Personen angesteckt hat.

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