Clemens Tönnies steht nach den mehr als 1000 Corona-Fällen in seiner Fabrik in der Kritik. Foto: dpa/David Inderlied

Nach dem Corona-Ausbruch in der Fabrik von Clemens Tönnies hat der Unternehmer Vorwürfe zurückgewiesen, unkooperativ gegenüber den Behörden gewesen zu sein. Es hätte ein Datenschutzproblem vorgelegen.

Rheda-Wiedenbrück - Unternehmer Clemens Tönnies hat die Vorwürfe des Landkreises Gütersloh zurückgewiesen, bei der Beschaffung der Wohnadressen von Mitarbeitern unkooperativ gewesen zu sein. „Wir haben datenschutzrechtliche Probleme“, sagte Tönnies am Samstag bei einer Pressekonferenz in Rheda-Wiedenbrück. Laut Werkvertragsrecht dürfe das Unternehmen die Adressen der betreffenden Arbeiter nicht speichern. Co-Konzernchef Andreas Ruff fügte hinzu: „Wir haben alle Daten, die wir hatten, sofort an die Behörden weiter gegeben.“

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Clemens Tönnies wolle nun alles tun, um den Ausbruch einzudämmen. „Ich stehe in der Verantwortung“, so der 64-Jährige weiter. „So werden wir nicht weitermachen. Wir werden diese Branche verändern.“ Das Statement der Tönnies-Führung folgte auf eine Pressekonferenz des Kreises am Samstag. Dort hatte der Leiter des Krisenstabs Thomas Kuhlbusch gesagt, das Vertrauen in die Firma Tönnies sei gleich Null. Der Fachbereichsleiter Gesundheit beim Kreis berichtete zudem, dass Tönnies bis Freitag Listen der Beschäftigten geliefert hatte, bei denen bei 30 Prozent die Adressen fehlten. Bei Anfragen habe die Firma zögerlich reagiert. 

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