Corona-Pirouetten um die Skateanlage unter der Adenauerbrücke: Mal ist sie geschlossen, mal ist sie geöffnet. Die Stadt Esslingen verweist auf steigende Corona-Fallzahlen und geltende Hygiene-Bestimmungen.
Esslingen - Skater donnern derzeit nicht über die Halfpipe, sondern schauen stattdessen in die Röhre. Denn am Skatepark unter der Adenauerbrücke in Esslingen herrscht Chaos, zumindest sehen das die Nutzer der Anlage so: Mal ist er geschlossen, mal ist er geöffnet. Mal hängt dort ein Verbotsschild, mal fehlt es. Mal stehen dort Absperrgitter, mal nicht. Und mitunter ignorieren die Skater einfach die Verbote, schieben das Absperrgitter beiseite und legen los.
Kontrollen angekündigt
So recht durchschauen lässt sich der Vorschriftendschungel kaum. Die Stadtverwaltung verweist auf die Abhängigkeit von den jeweils aktuellen Inzidenzwerten, beruft sich auf die Corona-„Notbremse“ und kündigt regelmäßige Kontrollen im Skatepark an. Die Ansage ist deutlich: „Die Skateanlage ist aus Infektionsschutzgründen vorübergehend geschlossen. So steht es auf dem Schild an der Anlage – wenn das Schild dort steht. Zwischenzeitlich wurde es immer wieder entfernt. Hat die Stadtverwaltung vor den Skatern kapituliert? Nein, stellt Sprecher Roland Karpentier klar: „Die Sperrung der Skateanlage wurde hauptsächlich aufgrund der damaligen Lockerung der Corona-Verordnung und der zurückgegangenen Inzidenz auf Werte zwischen 35 und 50 aufgehoben“. Sobald die Sieben-Tage-Inzidenz bei über 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern liege, greife die „Notbremse“ und die Anlage werde aus Gründen des Infektionsschutzes geschlossen.
Sperrungen weggeschoben
Die Sperrung des Skateparks erfolgt also bei zunehmenden Covid-19-Fallzahlen. Nötig sei diese Strenge auch, so die Auffassung der Stadt, weil es auf der Anlage regelmäßig zu Verstößen gegen die Corona-Vorgaben gekommen sei – durch zu große Ansammlungen, ein Ignorieren der Abstandsregeln und das Aufeinandertreffen zu vieler Personen. Der Vollzugsdienst treffe bei seinen Kontrollgängen regelmäßig zwischen 20 und 50 Kinder und Jugendliche in dem Skatepark an. Bei der letzten Schließung der Anlage sei es zudem vorgekommen, „dass die zur Sperrung aufgestellten Bauzäune durch Unbekannte entfernt wurden“. Diesem Unwesen soll durch verstärkte Überwachung begegnet werden: „Der Vollzugsdienst der Stadt Esslingen überprüft in Zusammenarbeit mit der Polizei in Regelmäßigkeit die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen. Die Kontrollen können auftragsbedingt oder anlassunabhängig im Rahmen des Streifendienstes erfolgen“, teilt die Stadt mit.
Ein Herz für Skater
In Nicht-Pandemie-Zeiten hat die Stadt nach eigenen Angaben ein Herz für Skater. Auf der Anlage werde immer wieder ein überregionaler Skater-Contest ausgetragen, der Skatepark sei im Laufe der Jahre erweitert, verbessert und aktualisiert worden, das Betriebskonzept basiere „auf einer intensiven und kooperativen Einbeziehung der Jugendlichen und Skater“. Die Weiterentwicklung würden etwa in Absprache mit dem Jugendgemeinderat geschehen: „Damit hat Esslingen eine wirkliche Besonderheit in der Skaterszene: Unter einem überdachten und beleuchteten Standort können Skater sowohl auf Holz als auch auf Beton fahren“, so Karpentier.
Der Skatepark unter der Adenauerbrücke
Entstehung: Die Skate-Anlage wurde nach Angaben der Stadt Esslingen Ende der 1990er-Jahre auf der nördlichen Fläche unter der Adenauerbrücke zunächst aus Holzelementen gebaut. 2004 wurde eine erste Erweiterung aus Beton südlich in Richtung der Fernwärmestation der Stadtwerke Esslingen vorgenommen.
Veränderungen: Seit etwa 2015 wurde die Anlage in östlicher Richtung durch Beton-Skate-Elemente mit Namen wie „Ramp Hip“, „Curb-Box“, „Kicker Curb“ oder „Toaster“ ergänzt. Diese Aufrüstung war bereits bei der ersten Erweiterung mit geplant worden. In diesem Kontext wurde nach Angaben der Stadt auch eine mit Skateboards befahrbare Verbindung hergestellt, und ein eigens gegründeter Verein, der Adenauer Skatepark e.V., betreibt seither einen Container mit Toiletten und abschließbaren Schränken.
Zukunft: Im Zuge des Projektes Sanierungsgebiet Neue Neckarwiesen ist das Umfeld der Anlage durch die Schaffung einer Grünfläche, Baumpflanzungen und die Entfernung der Parkplätze im unmittelbaren Bereich unter der Brücke insgesamt aufgewertet worden. Weitere Anlagen dieser Art und ähnlicher Größe gibt es in Esslingen nicht.