Uwe Collmer von Release verteilt Brötchen und Mundschutz. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Sensationelle 620 000 Euro haben die Leserinnen und Leser von StN und StZ bisher für die Corona-Soforthilfe gespendet: Das Geld hilft zum Beispiel, jede Menge hungrige Mägen zu füllen.

Stuttgart - Die Pandemie hat gerade in der sozialen Arbeit weitreichende Auswirkungen. Die Leser und Leserinnen der Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung haben in dieser beispiellosen Situation für die gemeinsame Aktion Corona-Soforthilfe von „Aktion Weihnachten“ und „Hilfe für den Nachbarn“ ihre bewundernswerte Hilfsbereitschaft bewiesen: Bisher sind 620 000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. Dafür den herzlichsten Dank.

Laptops für Schulkinder

Eine große Summe geht an die karitativen Einrichtungen, mit denen die Spendenaktionen zusammenarbeiten. So konnten diese schnell für Kinder und Jugendliche aus bedürftigen Familien Laptops und Drucker anschaffen. Bisher konnten so über 400 Laptops für Kinder aus bedürftigen Familien finanziert werden. Eine richtige und wichtige Aktion, denn Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) rechnet bis weit in das kommende Schuljahr mit einer Mischform von Präsenz -und digitalem Unterricht.

Kleine Durchhaltepakete

Ganz andere Probleme plagen die 160 Männer, die im Immanuel-Grözinger-Haus wohnen. Die meisten lebten zuvor auf der Straße. Sie werden über die Corona-Soforthilfe jeweils mit einem kleinen Durchhaltepaket unterstützt: Das soll ein Trost in dieser Trostlosigkeit sein. Im Paket enthalten sind ein Zehn-Euro-Einkaufsgutschein für ein Lebensmittelgeschäft, ein Mundschutz aus Stoff, Süßigkeiten und Snacks, eine Zeitschrift und ein Informationsblatt mit Verhaltensregeln während der Coronakrise. Tischkicker oder Karten spielen, fernsehen im Gemeinschaftsraum – alles ist gestrichen. Ihre Mahlzeiten müssen die Bewohner auf ihrem Zimmer einnehmen und auch alle sonstigen Aktivitäten des Heims fallen flach. Es gilt eine Besuchssperre, da die Bewohner zur Hochrisikogruppe gehören.

Blumige Überraschungen

„Manche von den Besuchern unserer Begegnungsstätte haben uns gedroht, dass sie uns einfach überfallen werden“, berichtet Henrike Jedamczik von der Altenhilfe der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Zuffenhausen. Sie betreut Senioren, die zuhause leben und von der hauswirtschaftlichen Hilfe unterstützt werden. „Viele nimmt die Situation sehr mit“, weiß sie. Alle gemeinsamen Aktivitäten sind eingestellt und es herrscht Besuchsverbot. Da zaubert ihnen ein Blumenstrauß ein Lächen ins Gesicht. Die Corona-Soforthilfe übergab der AWO eine Spende, mit der sie 520 alten Menschen eine solche kleine, freundliche Überraschung bereiten kann.

Release verteilt Care-Pakete

Wegen der Pandemie kann die Suchtberatungsstelle Release viele ihrer Hilfen aus Sicherheitsgründen nicht mehr anbieten. Dazu gehören die günstigen Mahlzeiten. So knurrt manchem Klienten der Magen. In der Kriegsbergstraße holen jene, die in einer Substitutionsbehandlung sind, ihre Medikamente ab. Alle haben ein geschwächtes Immunsystem. Deshalb wurde die Methadon-Abgabe auf den Hof verlegt. Dank der Spenden können ihnen die Release-Mitarbeiter dort belegte Brötchen und einen Mundschutz austeilen. 40 Klienten von Release, die im Kulturwerk Ost bisher einer regelmäßigen geförderten Beschäftigung nachgingen, verloren ihren Zuverdienst. Sie erhalten aus den Spenden Care-Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln.

So können Sie helfen:

Liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie helfen wollen bitten wir um Spenden auf das Konto der Aktion Weihnachten e.V., Baden-Württembergische Bank, IBAN DE04 6005 0101 0002 3423 40, BIC SOLADEST600, Stichwort: Corona. Die Aktion Weihnachten dankt allen Spenderinnen und Spendern.
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