Am Stuttgarter Marienplatz ist auf einem über den Gaben angebrachten Schild der Hinweis versehen: „Lieber Mensch ohne Zuhause. Bitte nimm dir, was du dringend brauchst.“ Foto: dpa/Marijan Murat

Wie am Stuttgarter Marienplatz werden in ganz Deutschland derzeit Gabenzäune errichtet, um Obdachlosen Lebensmittel und Hygieneartikel zu spenden. Stuttgarts Sozialbürgermeisterin kritisiert das.

Stuttgart - Stuttgarts Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann hat sogenannte Gabenzäune kritisiert, an die Bürger in der Landeshauptstadt befüllte Tüten mit Essen und Drogerieartikeln für Obdachlose hängen. Sie freue sich zwar über das Mitgefühl der Stuttgarter, sagte Sußmann. Sie betonte jedoch auch: „Bei Lebensmittelspenden wissen wir nicht, ob die Hygienestandards eingehalten oder die Lebensmittel eventuell verdorben sind und dadurch die Empfänger gefährdet werden könnten.“ In Stuttgart stünden die Anlaufstellen für Wohnungslose weiterhin offen.

Polizei warnt jedoch vor zu großen Menschenansammlungen

In den Beuteln und Plastiktüten an den Gabenzäunen befinden sich häufig Äpfel, Knabbereien, Zahnpasta und Kleidung für wohnungslose Menschen. Die „Badischen Neuesten Nachrichten“ hatten auch über einen Gabenzaun am Bahnhof in Karlsruhe-Durlach berichtet. Mittlerweile organisieren sich die Gabenzaun-Bauer dort über die Facebook-Gruppe „Karlsruhe hilft den Obdachlosen und Armen“.

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Die Polizei warnt jedoch vor zu großen Menschenansammlungen, die sich an diesen Zäunen bilden könnten und somit gegen Auflagen während der Corona-Krise verstoßen würden. In Karlsruhe sei es dazu aber bisher nicht gekommen, teilte eine Sprecherin der Behörde mit.

In manchen Städten hatten Obdachlose zuletzt Schwierigkeiten mit der Nahrungsbeschaffung, weil Tafeln wegen der Corona-Krise geschlossen haben. Am Stuttgarter Marienplatz ist auf einem über den Gaben angebrachten Schild der Hinweis versehen: „Lieber Mensch ohne Zuhause. Bitte nimm dir, was du dringend brauchst.“ Ein ähnlicher Zaun befindet sich an der Paulinenbrücke.

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