Ab Donnerstag ist Badespaß mit Einschränkungen wieder möglich. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Mit den Corona-Lockerungen ist auch das Baden wieder erlaubt. Wir klären, was für den Freibadbesuch unter Coronabedingungen nötig ist – von Reservierung über Schnelltest bis Maskenpflicht.

Stuttgart - Am Donnerstag um 7 Uhr in der Früh ist es soweit: Dann dürfen Badegäste zum ersten Mal in diesem Jahr wieder in die Becken der fünf städtischen Freibäder. Das teilte die Stadt Stuttgart am Dienstag mit – zusammen mit der Öffnung von Gastronomie, Hotels und anderen städtischen Einrichtungen. Geöffnet werden damit zunächst nur die Freibäder im Vaihinger Rosental, in Möhringen und Sillenbuch, sowie das Höhenfreibad Killesberg und das Inselbad Untertürkheim.

 

Die Freibäder bieten ab Donnerstag – wie schon in der vergangenen Saison – zwei Zeitfenster für den Besuch an: unter der Woche von 7 bis 13 Uhr und von 14:30 bis 20:30 Uhr, am Wochenende von 9 bis 14 Uhr und von 15:30 bis 20:30 Uhr. Die Besucherzahl ist durch die Coronaverordnung des Landes auf eine Person pro 20 Quadratmeter beschränkt. Allerdings wolle man keinen „Start unter Volllast“, erklärt Jens Böhm von den Stuttgarter Bäderbetrieben. Deshalb dürfen in Untertürkheim zunächst 750 Personen pro Zeitfenster auf das Gelände, in Möhringen 600, auf dem Killesberg 900 und im Rosental 1350. Im Freibad Sillenbuch ist die Besucherzahl auf 75 beschränkt. Dauerkarten gibt es in dieser Saison keine, dafür gilt stets nur der bisherige Abendtarif von 3,30 Euro beziehungsweise ermäßigt 1,90 Euro.

Tickets müssen vorab reserviert werden

Wer eines der Freibäder besuchen will, braucht dafür jedoch vorher ein Ticket – zu haben entweder über das Online-Buchungssystem der Stuttgarter Bäder oder ab Mittwoch bei der Bäderverwaltung in der Breitscheidstraße 48 sowie per Telefon unter 07 11/2 16-5 72 03. Anders als im Vorjahr ist es bei telefonischer Reservierung möglich, die Karten direkt an der Freibadkasse abzuholen, ansonsten reicht auch ein mitgebrachter Ausdruck. Reserviert werden kann bis zu drei Tage im Voraus. Das sei aber auch per Telefon verbindlich, wie Jens Böhm betont. Damit soll vermieden werden, dass Gäste ihre Reservierung spontan verfallen lassen und andere trotzdem keinen Platz bekommen. Mit dem Ticketkauf werden auch die Kontaktdaten der Besucher erhoben, sodass zusätzliche Kontaktformulare oder Check-In-Apps wie in der Gastronomie nicht nötig sind. Um für eine eventuelle Kontaktverfolgung durch das Gesundheitsamt zu dokumentieren, wann die Gäste das Freibad verlassen haben, muss das Ticket außerdem auch am Ausgang vorgezeigt werden.

Nur mit Schnelltest und Maske zum Baden

Für den Eintritt gelten pandemiebedingt außerdem einige weitere Voraussetzungen. So müssen alle Gäste ab sechs Jahren einen negativen Corona-Schnelltest eines Testzentrums oder einer Apotheke mitbringen, der zum Zeitpunkt des Badebeginns nicht älter als 24 Stunden ist. Eigene Testzentren an den Freibadeingängen seien aus Platzgründen jedoch nicht möglich, so Böhm. Alternativ reicht auch ein Impf- oder Genesenennachweis.

Am Eingang, in Umkleiden und Toiletten sowie auf weiteren Flächen im Außenbereich der Freibäder gilt außerdem Maskenpflicht – ebenfalls ab sechs Jahren. Die Bereiche sollen dafür mit Schildern gekennzeichnet werden. Auf dem Weg ins Wasser und in den Becken sind dagegen keine Masken verpflichtend. (Anm. d. Red.: In einer früheren Version des Artikels hieß es, es gelte Maskenpflicht auf den Liegewiesen. Wir haben den Fehler korrigiert.)

„Wir versuchen, ein möglichst normales Freibaderlebnis zu bieten, trotz der Pandemiebedingungen“, sagt Böhm. Trotzdem ließen sich manche Einschränkungen nicht vermeiden. So seien in den Sportbecken sogenannte „Schwimmerautobahnen“ mit Seilen abgetrennt, sodass Schwimmerinnen und Schwimmer auf einer Bahn hin- und auf einer anderen wieder zurückschwimmen und sich dabei nicht zu nahe kommen. Rutschen, Sprungbretter, Spielplätze und Sportfelder sind dagegen frei verfügbar.

Mineralbäder öffnen noch nicht

Auch wenn laut der Corona-Verordnung des Landes Anfänger-Schwimmkurse seit Mitte Mai wieder erlaubt sind, bieten die Stuttgarter Bäder derzeit noch keine eigenen Kurse an. Das sei aktuell nur über Vereine möglich, soweit sie für ihren Vereinsbetrieb auch Hallenbäder nutzen können, so Böhm.

Im Gegensatz zu den Freibädern öffnen Thermen wie das Leuze und das Mineralbad Berg mit Innen- und Außenbecken frühestens dann, wenn im zweiten Öffnungsschritt auch Baden im Innenbereich wieder erlaubt ist, wie Jens Böhm bestätigt. Das wäre frühestens 14 Tage nach der Öffnung am Donnerstag – sofern die Corona-Zahlen bis dahin weiter sinken. Dann dürften auch Hallenbäder wieder öffnen und die erlaubte Besucherzahl verdoppelt. Ob dann jedoch angesichts fehlender Saisonkräfte genug Personal für den Badebetrieb unter Corona-Auflagen verfügbar ist, lässt Böhm derzeit noch offen: „Im Moment brauchen wir sämtliche Beschäftigten für den Freibadbetrieb.“