Von Montag an werden wahrscheinlich auch im Rems-Murr-Kreis verschärfte Regelungen im Bezug auf das Coronavirus gelten. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Die Corona-Ampel steht im Rems-Murr-Kreis wohl bald auf Rot. Das Gesundheitsamt rechnet damit, dass der kritische Wert der Neuinfektionen am Wochenende erreicht wird.

Rems-Murr-Kreis - Die Coronalage spitzt sich zu – auch im Rems-Murr-Kreis. Am Freitag hat im Waiblinger Landratsamt der Krisenstab getagt und sich mit möglichen Beschränkungen befasst, denn der kritische Wert ist fast erreicht. Nachdem am Mittwoch wegen erreichter 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner die Corona-Ampel auf Gelb gestellt wurde, lag die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz am Freitag bei 47. Von 50 an ist eine Region angehalten, Maßnahmen zu ergreifen.

Kritischer Wert fast erreicht

Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass dieser Wert am Wochenende erreicht, beziehungsweise überschritten wird. Damit wäre der Rems-Murr-Kreis – ähnlich wie die Landeshauptstadt und einige Nachbarlandkreise – ein Risikogebiet. Zu rechnen ist laut Einschätzung des Landratsamts auch damit, dass die Landesregierung spätestens am Montag die dritte Pandemiestufe ausrufen wird.

Einige Regelungen sind zwar schon auf den Weg gebracht worden, beispielsweise eine Maskenpflicht für Schüler ab der fünften Klasse, die von Montag an auch im Unterricht gelten soll. Welche der am Mittwoch in der Ministerpräsidentenrunde mit der Kanzlerin beschlossenen Beschränkungen wann und in welcher Form in Baden-Württemberg umgesetzt würden, sei aber noch offen, heißt es aus der Kreisbehörde. Der Rems-Murr-Landrat Richard Sigel kritisiert das. Der örtliche Krisenstab habe deshalb beschlossen, nicht mit einer eigenen Regelung vorzupreschen, die für Verunsicherung sorgen könnte, wenn das Land andere Vorgaben anordne. „Die Menschen müssen wissen, an welche Regelungen sie sich halten müssen, um gut durch diesen Corona-Herbst zu kommen“, sagt Sigel.

Appell an die Eigenverantwortung

Der Kreis sei allerdings gerüstet. Ein mögliches Maßnahmenpaket auf Kreisebene sei am Freitag in dem erweiterten Krisenstab vorbereitet und einstimmig beschlossen worden. „Wir beschränken uns dabei auf die Punkte, die aus unserer Sicht epidemiologisch sinnvoll und verhältnismäßig sind.“ So wird es vermutlich Regelungen für eine erweiterte Maskenpflicht im öffentlichen Raum geben. Auch die Nachverfolgung von Kontaktpersonen soll weiter gestärkt werden, ebenso die Kapazitäten zur Durchführung von Corona-Reihentests im Raum Backnang.

Unabhängig davon gelte, in den eigenen Bemühungen nicht nachzulassen. „Wir haben gelernt, auf was wir achten müssen, um uns und andere zu schützen. Darauf sollten wir alle in den kommenden Wochen im Alltag achten, denn nur so können weitergehende Beschränkungen vermieden werden“, sagt der Landrat.

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