Die LBBW gab am Freitag einen Gewinneinbruch bekannt. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Die Corona-Krise und die Wirecard-Pleite sorgen bei der Landesbank Baden-Württemberg für einen Gewinneinbruch. Vorstandschef Rainer Neske zeigte sich dennoch zufrieden.

Stuttgart - Die Corona-Krise und die Wirecard-Pleite machen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zu schaffen. Der Gewinn vor Steuern brach im ersten Halbjahr um fast 69 Prozent auf 103 Millionen Euro ein, wie die LBBW am Freitag mitteilte. Die Risikovorsorge kletterte auf 281 (Vorjahr: 63) Millionen Euro - wegen der Wirecard-Belastung und Vorsorge für mögliche Kreditausfälle in der Corona-Krise. Vorstandschef Rainer Neske zeigte sich dennoch zufrieden. „Wir zeigen in diesem außergewöhnlichen Umfeld, dass unser Geschäftsmodell auch in sehr schwierigen Zeiten stabil und profitabel ist.“ Auch für das Gesamtjahr erwarte die Bank ein positives Ergebnis vor Steuern.

„Sind gut gerüstet“

Die LBBW hatte einen rund 200 Millionen Euro schweren Kredit an den insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard vergeben, den sie nun abschreiben musste. Den Namen Wirecard nahm die größte deutsche Landesbank nicht in den Mund, sondern sprach lediglich von einem von Corona unabhängigen „Einzelengagement“ aus dem ein Verlust von rund 160 Millionen Euro entstanden sei, der zum Halbjahr vollständig verarbeitet worden sei. Auch bei anderen Banken schlug Wirecard ins Kontor: Die Commerzbank musste 175 Millionen Euro abschreiben, die niederländische Großbank ING rund 200 Millionen.

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„Wir rechnen mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage in den kommenden Jahren in Deutschland und Europa“, sagte Neske. „Dafür sind wir mit unserer anhaltend starken Kapitalquote gut gerüstet.“ Die harte Kernkapitalquote schrumpfte im ersten Halbjahr auf 14,2 (Ende 2019: 14,6) Prozent, unter anderem weil die LBBW wie die meisten Konkurrenten angesichts der hohen Nachfrage in der Corona-Krise die Kreditvergabe ausweitete. Das ließ den Zinsüberschuss um 7,6 Prozent auf 872 Millionen Euro steigen. Der Provisionsüberschuss ging dagegen trotz des regen Wertpapierhandels der Kunden um 1,6 Prozent auf 274 Millionen zurück - unter anderem wegen sinkender Erträge im Zahlungsverkehr.

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