Ein genesener Covid-19-Patient spendet im Arnulfo Arias Madrid Hospital in Panama-Stadt Blut. Foto: Arnulfo Franco/AP/dpa

In Panama grassiert das Corona-Virus besonders verheerend. Allen Warnungen zum Trotz haben sich Vertreter der Indio-Bevölkerung jetzt gegen das Tragen von Schutzmasken ausgesprochen – aus kulturellen Gründen.

Panama-Stadt - Die kulturelle Vertretung der zweitgrößten indigenen Gruppe Panamas hat das Tragen von Corona-Schutzmasken verboten. Der Mund- und Nasenschutz, der das Ausbreiten des Virus verhindern soll, sei „keine Sitte unseres Volkes“, entschied der Generalkongress der etwa 34 000 Angehörigen der Guna-Yala-Ethnie.

Damit wird nicht nur die Pflicht zum Maskentragen in Schulen aufgehoben, Regierungsbeamten ist es sogar verboten, Masken zu tragen, wenn sie das Gebiet der Guna Yala betreten.

Minister: Das Maskenverbot ist ein Fehler

Indigene Gebiete in Panama genießen zwar Autonomie, es war jedoch unklar, welche Wirkung das Votum haben wird. Die Regierung Panamas erklärte, eine kulturelle Indigenen-Vertretung sei nicht befugt, über Gesundheitsfragen zu entscheiden. Das falle in die Kompetenz des Regionalparlaments für das Gebiet. Letztlich habe aber nur das Gesundheitsministerium das Recht, in solchen Fragen Richtlinien zu erlassen, sagte der Vizeminister für Indigenen-Fragen, Ausencio Palacio. Das Maskenverbot sei ein Fehler.

Palacio ist Angehöriger der größten indigenen Gemeinschaft Panamas, der Ngabe Buglé, und war selbst an Covid-19 erkrankt.

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Panama schwer von Covid-19 betroffen

Allgemein grassiert die Pandemie auch unter indigenen Gruppen in Panama stark. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde für das Guna-Yala-Gebiet an der Karibikküste gab es dort bislang 967 Ansteckungen, davon allein 35 am Montag. 36 Infizierte sind gestorben.

Landesweit gab es unter den gut 4,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Panamas rund 129 000 Infektionen und etwa 2600 Todesfälle mit dem Virus.

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