Es gibt noch Menschen, die die Sonne auf dem Marienplatz in Stuttgart genießen. Foto: Lichtgut

Da Hunderte Menschen sich am Mittwochabend auf dem Marienplatz aufhalten, werden sie von der Polizei aufgefordert, heimzugehen. Große Ansammlungen soll man wegen der Corona-Pandemie vermeiden.

Stuttgart - Die Appelle, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, fruchten offenbar noch nicht bei allen: Der Marienplatz im Stuttgarter Süden war aufgrund des schönen Wetters dieser Tage stets voller Menschen. Am Mittwochabend kam schließlich die Polizei vorbei und bat die Menschen heimzugehen. Kurz darauf machte das Gerücht die Rund, der Platz sei geräumt worden.

Polizei appelliert an die Vernunft der Menschen

„Das war keine Räumung“, sagt der Polizeisprecher Jens Lauer. Die Polizei habe zusammen mit Vertretern des Ordnungsamts die Menschen angesprochen und die aktuelle Lage erklärt. Polizeibeamte und Mitarbeiter der Gaststättenbehörde waren ohnehin gemeinsam im Einsatz um zu kontrollieren, ob Gastwirte die Verfügung abends zu schließen einhalten. Die Menschen hätten sich sehr einsichtig gezeigt, sagt Lauer.

„Man hat unterwegs festgestellt, dass es ja keinen Sinn hat, wenn die Menschen sich statt in Kneipen auf dem Platz treffen“, sagt der Polizeisprecher. Daher habe man Gespräche geführt. Es ist aktuell geraten, die sozialen Kontakte auf das notwendige Minimum zu reduzieren. Versammlungen sind untersagt, ebenso Großveranstaltungen, Spielplätze sind gesperrt. Ein Verbot, die Plätze oder Grünanlagen zu besuchen, ist nicht erlassen – folglich kann es rechtlich gar nicht zu Räumungen kommen.

Lokalpolitiker macht Unmut auf Facebook Luft

Es war Raiko Grieb, Bezirksvorsteher im Süden, der die Polizei gebeten hatte, die Feierlaunigen auf dem Marien- und dem Erwin-Schoettle-Platz anzusprechen und zu bitten, doch besser zuhause zu bleiben. Ihn hatte empört, dass die Plätze allabendlich belagert sind, als gäbe es keine Coronoa-Krise: „Ich verstehe nicht, dass sich die Leute tagsüber Sagrotantüchle kaufen und am Abend auf dem Marienplatz Bierflaschen zerschellen. Das sind doch lauter Egoisten und Egoistinnen! Wenn die so weitermachen, haben wir bald auch eine Ausgangssperre.“ Der Lokalpolitiker (SPD) machte seinen Unmut auch auf Facebook kund und mahnte zu mehr Vorsicht und Rücksicht.

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