Die RKH Kliniken rechnen mit 70 bis 80 Soldaten. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Die Stadt Ludwigsburg denkt über eine Ausweitung der Teststellen nach. Der Kreis setzt auf dezentrale Pop-Up Impfzentren statt einem zentralen Impfzentrum .

Ludwigsburg - Die Situation an den Krankenhäusern im Landkreis spitzt sich weiter zu. Deshalb haben die RKH Kliniken jetzt Hilfe der Bundeswehr angefordert. Zum ersten Mal. 70 bis 80 Soldaten werden in den Häusern der Holding Dienst leisten.

Vierte Welle trifft mit voller Wucht

Man habe einen Punkt erreicht, an dem man Ärzte, Mitarbeiter in der Pflege und der Verwaltung schulen müsse, um an den Brennpunkten, aber vor allem auf den Covid-Stationen zu unterstützen, teilt Pressesprecherin Dorothee Hüppauf mit. „Eine Intensivpflegekraft hat eine spezielle Ausbildung absolviert, die über Jahre erlernt wird. Diese lässt sich in so kurzer Zeit natürlich nicht kompensieren, aber wir hoffen, unsere Kollegen damit zumindest ein Stück weit entlasten zu können.“ Die vierte Welle treffe die Kliniken bei guter Vorbereitung mit voller Wucht. Die Mitarbeiter hätten ihre Grenzen teilweise längst überschritten. Die Folge seien insbesondere auf den Intensivstationen Kündigungen oder Arbeitszeitreduktionen seitens des Personals.

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Die Stadt Ludwigsburgs steckt derweil zusammen mit dem Landkreis in Planungen für weitere Impfaktionen. Klar ist: Das Kreisimpfzentrum wird nicht reaktiviert. Aus zwei Gründen, wie Landrat Dietmar Allgaier betont. Zum einen finanziere das Land die Zentren nicht, zum anderen hoffe man, durch die Dezentralität mehr Menschen zu erreichen. „Wir wollen mit 16 mobilen Teams an den Start gehen und in den sechs Großen Kreisstädten nicht nur einmal in der Woche sein, sondern jeweils ein Pop-Up Impfzentrum aufbauen.“ Mehrere 1000 Impfdosen könnten so verabreicht werden.

Bereits am Sonntag, 28. November, wird es von 11.30 bis 16.30 Uhr wieder ein Impfangebot in der Ludwigsburger Stadtbad-Mensa geben. Ebenfalls mit einem mobilen Impfteam des Landes werden Aktionen in den Stadtteilen angeboten. In Neckarweihingen in der Gemeindehalle am Donnerstag, 2. Dezember und am Dienstag, 14. Dezember, in Poppenweiler in der Kelter am Dienstag, 7. Dezember und am Dienstag, 21. Dezember und in Eglosheim in der Hirschbergschule am Dienstag, 28. Dezember – immer jeweils von 11.30 bis 16.30 Uhr.

Online Termine buchen

Buchungen sind unter https://termin.kizlb.de möglich – für die Impfungen im Stadtbad, in Neckarweihingen und in Poppenweiler ab sofort, für Eglosheim werden die Termine noch eingestellt.

Impfen ist das eine Thema, das die Kommunen und den Kreis derzeit beschäftigen, Testen das anderen. Bislang komme es zu keinen Kapazitätsproblemen in Ludwigsburg, vermeldet die Pressestelle im Rathaus. Doch mit der 3 -G-Pflicht am Arbeitsplatz und mit 2 G Plus werde der Bedarf noch größer, ist sich Matthias Knecht sicher. „Und dann müssen wir reagieren, denn der Impfstoff alleine gibt keine 100-prozentige und auch keine 90-prozentige Sicherheit.“ Deshalb überlege man im Krisenstab, ob man die ehemaligen Außenstellen – etwa im Marstall Center – wieder aufmache.

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Bei den derzeitigen verschiedenen Teststellen würden unterschiedliche Formen praktiziert – man könne sowohl mit als auch ohne Voranmeldung kommen. Aktuell komme es im Ratskeller-Pavillon bislang auch zu keinen großen Warteschlangen. Da im Pavillon sowohl Schnelltests als auch PCR-Tests gemacht werden, gibt es zwei separate Zugänge. Von vergangenem Mittwoch an bis vergangenen Sonntag ließen sich dort im Schnitt 244 Menschen testen. Was allerdings schon jetzt eine Verdreifachung seit dem Ende der bezahlten Tests sei, wie die Pressestelle im Rathaus vermeldet.

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