Autokennzeichen EM, fast keine Corona-Neuinfektionen: der Kreis Emmendingen Foto: dpa/Patrick Seeger

Während die 7-Tage-Inzidenz in Stuttgart nicht unter 35 sinken will, nähert sie sich im Kreis Emmendingen der Marke von null Corona-Neuinfektionen. Was macht der badische Landkreis besser?

Kenzingen - Der ansonsten eher unauffällige Kreis Emmendingen ist der baden-württembergische Corona-Champion. Die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen liegt hier (Stand Mittwochabend) bei 7,2 je 100 000 Einwohner. Das entspricht insgesamt zwölf Fällen in dem zwischen Freiburg und Offenburg gelegenen südbadischen Landkreis. Längst meldet die örtliche Zeitung jeden Infizierten einzeln.

Emmendingen ist der einzige baden-württembergische Landkreis mit einstelliger 7-Tage-Inzidenz. Während der Wert etwa in der Landeshauptstadt Stuttgart hartnäckig knapp über der 35 verharrt und damit der nächste Öffnungsschritt weiterhin nicht möglich ist, scheint der Wert im Kreis Emmendingen gegen Null zu gehen. Den zweitniedrigsten Wert hat der Stadtkreis Baden-Baden mit einer Inzidenz von aktuell 10,9.

Die höchste Impfquote im Land

Was macht man im Badischen besser? Von einer besonderen Regeltreue der Menschen im Südbadischen ist zumindest nichts zu lesen. Vor Ort erklärt man sich die niedrigen Infektionszahlen vielmehr mit der hohen Impfquote. Der Kreis Emmendingen hat nämlich nicht nur die wenigsten Neuinfizierten, sondern auch die meisten Geimpften. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. In Baden-Baden ist die Impfquote ähnlich hoch.

„Ein Grund für die hohe Impfquote ist sicherlich die günstige Lage des Landkreises zu den beiden zentralen Impfzentren in Freiburg und Offenburg“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts vom Mai. Seit Ende Dezember wird dort geimpft. Außerdem wird die „Leistungsfähigkeit des Kreisimpfzentrums in Kenzingen“ gelobt, wo täglich im Drei-Schicht-Betrieb von 8 bis 22 Uhr geimpft werde.

Was jetzt alles möglich ist

Wegen der guten Werte können die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Emmendingen seit dieser Woche sich ohne Test im Außenbereich von Restaurants und Cafés bewirten lassen. Kultur- und Sportveranstaltungen im Freien sind für bis zu 750 Besucherinnen und Besucher möglich. Wer negativ getestet, genesen oder geimpft ist, darf sogar mit 50 Anderen in der Gastronomie feiern – angesichts der hohen Impfquote ist das mehr als jeder Zweite.

Dass im Kreis aktuell wegen falscher Abrechnungen bei Coronatests ermittelt wird und eine Kita infolge einer Infektion geschlossen ist, kann die Stimmung kaum trüben.

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