Impfstoffdosen des Herstellers Astrazeneca dürfen derzeit nicht mehr aus der EU ausgeführt werden. (Symbolbild) Foto: dpa/Andreas Arnold

Premierminister Scott Morrison von Australien reagiert mit Gelassenheit auf den Ausfuhrstopp von Impfdosen des Herstellers Astrazeneca von Italien nach Australien. Das Land habe noch Reserven.

Rom - Die australische Regierung hat gelassen auf die Exportblockade für den Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca durch Italien reagiert. Die gestoppte Lieferung von 250.000 Impfstoffdosen sei ohnehin nicht für die Verteilung in den nächsten Wochen eingeplant gewesen, sagte Premierminister Scott Morrison am Freitag. Auf die Lieferung aus Italien komme es nicht an.

Der Regierungschef zeigte Verständnis für die Entscheidung der Regierung in Rom: „In Italien sterben jeden Tag um die 300 Menschen. Da kann ich das Ausmaß der Unruhe verstehen, die in Italien und vielen Ländern in Europa herrscht.“ Viele Länder Europas befänden sich mit Blick auf Corona „in einer entfesselten Krisenlage“. Das sei in Australien nicht der Fall. 

Impfstoff in der EU ist knapp

Italien hatte am Donnerstag den Export der für Australien bestimmten Lieferung des in Italien hergestellten Astrazeneca-Impfstoffs gestoppt. Begründet wurde dies mit der anhaltenden Impfstoff-Knappheit in der EU und den Lieferverzögerungen bei dem für die EU bestimmtem Astrazeneca-Impfstoff.

Die EU hatte Ende Januar vorübergehend die Möglichkeit von Impfstoff-Exportbeschränkungen eingeführt. Grund war die Ankündigung des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca, in den ersten Monaten deutlich weniger Impfstoff an die EU zu liefern als zunächst zugesagt.

Australien produziert Impfstoff bald selbst

Seit Jahresbeginn waren die Lieferungen, mit denen die EU gerechnet hatte, teilweise nicht erfüllt worden. Gleichzeitig wurden von dem Unternehmen aber Großbritannien und andere Drittländer in vollem Umfang beliefert.

Australien hat bereits 300.000 Astrazeneca-Impfdosen erhalten, deren Verteilung am Freitag mit der Impfung von ersten Mitarbeitern des Gesundheitssystems begann. Ab Ende des Monats soll zudem die Produktion von Astrazeneca-Impfstoff in Australien selbst anlaufen.

Australien ist bislang vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Krise gekommen. In dem Land mit seinen 25 Millionen Einwohnern wurden etwa 25.000 Infektionen und rund 900 Todesfälle registriert.

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