Polizeieinsatz am Samstagabend auf dem Stuttgarter Schlossplatz Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Weil rund 300 Menschen in Gruppen auf dem Schlossplatz unterwegs sind, schickt die Polizei diese am Samstagabend heim. Die Beamten werden beleidigt und beworfen, doch schließlich zieht die Menge ab.

Stuttgart - Weil mehrere Hundert Menschen ohne Abstand und Masken auf den Treppen am Schlossplatz, auf dem Schlossplatz und am Königsbau zusammenstanden, ist die Polizei am Samstagabend eingeschritten. Kurz nach 20 Uhr hatte die Polizei begonnen, die überwiegend jungen Leute wegzuschicken. Gegen 21.50 Uhr habe sich die Lage entspannt und die meisten zogen in Richtung Hauptbahnhof ab. Unterwegs hätten einige jedoch noch Blumenkübel, Baustellenabsperrungen, Leihräder und Mülleimer demoliert.

Polizei: „Weit entfernt von einer Krawallnacht“

Augenzeugen zogen nach dem Einsatz auf dem Schlossplatz Vergleiche mit der Krawallnacht im Juni des vergangenen Jahres. Das tut die Polizei nicht: „Davon waren wir weit entfernt“, sagt der Polizeisprecher Stefan Keilbach. Es seien weder Straftaten begangen worden, aufgrund derer die Polizei einschritt, noch sei es zu Randale oder Plünderungen gekommen, wie in jener Nacht im vergangenen Juni. Die Polizei habe lediglich versucht, die Menschenmengen aufgrund der Coronaregeln aufzulösen. „Wir haben natürlich drauf geachtet, dass wir die Leute nicht zusammendrängen – das wäre in der Lage kontraproduktiv“, fügt Keilbach hinzu. Man habe mit Durchsagen und dem Ansprechen einzelner den Schlossplatz räumen können, und das habe auch funktioniert. Allerdings mit einer zwischendurch aufgeheizten und aggressiven Stimmung: Die Menge habe Sprechchöre gegen die Polizei skandiert, es flogen Gegenstände und Flaschen. Ein Polizist wurde am Helm getroffen. Auf dem Weg in Richtung Bahnhof wurden Mülleimer, Baustellenabsperrungen und Blumenkübel demoliert.

Verdacht des Landfriedensbruchs wird geprüft

„Gegen 21 Uhr kam Bewegung in die Menschen, um 21.50 Uhr waren dann so gut wie alle in Richtung Bahnhof weggegangen“, schildert die Polizeisprecherin Monika Ackermann. Unruhig und aggressiv sei die Stimmung aber schon gewesen. „Aber auf unsere Aufforderung ist auch Bewegung in die Menge gekommen“, so die Polizeisprecherin. Jedoch werde bei einigen Personen, deren Personalien aufgenommen wurden, der Tatbestand des Landfriedensbruchs geprüft. Das wurde auch den Beteiligten der Krawallnacht vorgeworfen. Ansonsten ermittele man wegen Beleidigung und Widerstands gegen Polizeibeamte. Festgenommen wurde niemand, betont Ackermann.

Die Polizei war, da auch an den vergangenen Wochenenden schon viel los war in der Stadt, mit einem großen Aufgebot unterwegs. „Die Beamten im regulären Dienst wurden von der Einsatzhundertschaft unterstützt, die ihren Dienst verlängerte“, sagt Ackermann. Genaue Angaben zur Zahl der eingesetzten Kräfte macht die Polizei nicht.

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