Cornelius Meister Foto: Staatsoper Stuttgart/Fanny Gaul

Am 5. und 6. Dezember spielt das Staatsorchester Stuttgart unter Cornelius Meister in zwei Konzerten Mozarts sechs letzte Sinfonien. Am Samstag gibt es zusätzlich erstmals ein „Erklärkonzert“ dazu.

Stuttgart - Corona – war da was? Wenn der Generalmusikdirektor der Staatsoper Mozart probt, wird alles andere unbedeutend. Am Wochenende ist das Ergebnis zu hören.

 

Herr Meister, nach dem Schumann-Sinfonien-Zyklus 2019 hatten Sie eigentlich eine zyklische Aufführung von Brahms’ vier Sinfonien an zwei Tagen geplant. Das hat die Pandemie vereitelt . . .

. . . aber wir werden das bald nachholen!

Nun gibt’s erst einmal die späten Sinfonien von Mozart. Warum?

Erstens: weil wir damit ein ganzjähriges Projekt beenden – das Staatsorchester wird 2021 einen beträchtlichen Teil von Mozarts Sinfonien aufgeführt haben, teilweise auch open air auf dem Killesberg. Zweitens: weil unsere Aufführung am 5. Dezember, dem 230. Todestag Mozarts, beginnt, und weil die Uraufführung der Prager Sinfonie im Autograf auf den 6. Dezember datiert ist. Und drittens: weil beim Proben schon nach wenigen Takten alle Musikerinnen und Musiker strahlen. Diese Musik ist beileibe nicht immer fröhlich und leicht, aber sie hat sehr viel Ausstrahlung und positive Energie.

Zwischen der „Haffner-“ und der „Jupiter“-Sinfonie liegen sechs Jahre. Hört man eine Entwicklung?

Unbedingt! In den sechs Jahren passierte stilistisch sehr viel. Das schlägt sich zum Beispiel in der Art nieder, wie Mozart in den Menuetten die Tempi variiert. Die Französische Revolution mag für das Habsburgerreich nicht besonders relevant gewesen sein, aber der Aufbruchsgeist der Zeit wird hier spürbar. Außerdem gestaltet Mozart die Tonarten sehr bewusst und kreiert sehr eigenständige Klangfarben. Bei allen sechs Sinfonien erkennt man den Komponisten sofort – und dennoch ist jedes Stück ein eigener Kosmos.

Erstmals schicken Sie den beiden Konzerten vom Sonntag und Montag ein „Erklärkonzert“ am Samstag voraus . . .

Das ist auch ein Ergebnis vieler positiver Reaktionen auf meine Einführungen zu den Beethoven-Sinfonien im Sommer 2020. Jetzt wird es um die „Prager“ Sinfonie gehen. Wer mag, kann also am Wochenende dreimal kommen und mit uns gemeinsam ganz tief eintauchen in Mozarts Musik.

Mozarts Sinfonien Nr. 35–41 mit dem Staatsorchester: Sa, 4. 12., 12 Uhr („Erklärkonzert“ zur „Prager“ Sinfonie), So, 5. 12., 11 Uhr („Haffner“, „Linzer“, „Prager“ Sinfonie), Mo, 6. 12., 19.30 Uhr (Es-Dur-, g-Moll-, „Jupiter“-Sinfonie), Beethovensaal. Karten: 07 11 / 20 20 90.