Die Lungenfunktion im Blick: Medizinische Betreuung im Klinikum Stuttgart. Foto: Klinikum Stuttgart

Im Klinikum Stuttgart sorgt ein interdisziplinäres Team für die bestmögliche Therapie bei COPD. Gemeinsam ermöglichen die Fachbereiche individuelle Behandlungswege für Patientinnen und Patienten.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine sehr häufig vorkommende Erkrankung, die bei erblicher Veranlagung durch das Einatmen von Schadstoffen, insbesondere das Rauchen, entsteht. In Deutschland leiden 10 Prozent der über 40-jährigen an dieser Erkrankung. Chronischer Husten und Atemnot sind die Hauptsymptome.

Atemwegserkrankung COPD: So entsteht ein Lungenemphysem

Bei den von COPD Betroffenen erschweren verengte Atemwege das Ein- und Ausatmen. Das führt zu verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit. Hauptauslöser sind inhalative Schadstoffe, meistens das Rauchen. Sie führen bei der COPD zu einer Entzündung der Bronchialwand, Bronchitis genannt. Bronchien sind die lebenswichtigen Straßen für die Atemluft. Ist die Wand der Bronchien entzündet, führt das zu einer Schwellung der Atemwegsschleimhaut, zu vermehrter Sekretabgabe der Bronchien und zur Kontraktion der in der Atemwegswand verlaufenden Muskelfasern. Diese drei Faktoren engen die Atemwege ein. Gelangen die inhalativen Schadstoffe über die Bronchien in die Lungenbläschen (Alveolen), kommt es in deren Wand ebenfalls zu einer Entzündung. Damit geht Fläche für die Aufnahme von lebenswichtigem Sauerstoff für die Weitergabe über die Lunge an das Blut verloren. Dieser Verlust an Gasaustauschfläche heißt Lungenemphysem.

Tabakrauch: der entscheidende Risikofaktor in Deutschland

Der Hauptschadstoff für die COPD ist in den Industrienationen der Tabakrauch. In Entwicklungsländern können auch offene Feuerstellen in Behausungen ohne Rauchabzug zur COPD führen. „Der zuletzt in Stuttgart viel diskutierte Feinstaub der Verbrennungsmotoren spielt für die Entstehung der COPD nahezu keine Rolle,“ sagt Professor Martin Hetzel, Ärztlicher Direktor der Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin sowie des Herzzentrums im Klinikum Stuttgart. Er betont, dass der Tabakprävention, insbesondere in Schulen, eine wichtige Bedeutung zur Vorbeugung einer COPD zukommt. Auch eine Tabakentwöhnung, etwa durch den Einsatz der Nikotinersatztherapie und die Anwendung verhaltenstherapeutischer Maßnahmen sei eine wichtige Maßnahme bei der Verhinderung des Fortschreitens der COPD, so Professor Hetzel.

Behandlung akuter Entzündungsschübe

Durch die tägliche Inhalation von Medikamenten kann eine Besserung bewirkt werden. Schweren entzündlichen Schüben der Erkrankung (COPD – Exazerbationen) muss durch die befristete Einnahme von Kortisontabletten entgegengewirkt werden.

COPD-Therapie auch zuhause anwendbar

Wird die Atemnot bei einem fortgeschrittenen Lungenemphysem sehr groß und führt diese bereits zu einem Sauerstoffmangel im Blut, ist eine Langzeitsauerstofftherapie eine gute Option. Das nächtliche Tragen einer Gesichtsmaske zur nichtinvasiven Beatmung kann die die Atemmuskulatur entlasten und damit den Zustand weiter verbessern. Es besteht auch die Möglichkeit, die Therapie zu Hause durchzuführen.

Moderne Eingriffe zur Verbesserung der Lungenfunktion

Bei einem schweren Lungenemphysem haben Patienten das Gefühl, an der eingeatmeten Luft zu ersticken. In diesen Fällen kommen in der Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin im Klinikum Stuttgart insbesondere bronchoskopische Verfahren als schonende Alternative zu einer Operation zum Einsatz. Dabei wird ein Bronchoskop, also ein dünnes, flexibles Instrument, in die Atemwege eingeführt und dabei Ventile oder Nitinolspiralen eingebracht. Bei der chirurgischen Lungenvolumenreduktion wird weitgehend zerstörtes Lungengewebe operativ entfernt, um so der Lunge wieder elastische Gewebespannung zurückzugeben.

MCD bei COPD: Klinikum Stuttgart als Vorreiter

Wenn zu viel Sekret der Atemwege die Symptomatik bestimmt und die medikamentöse Therapie nicht ausreicht, kann auf bronchoskopischem Wege mit dem neuen Mucus Clearance Device (MCD) Linderung herbeigeführt werden. Dabei wird nicht nur Sekret entfernt, sondern die Atemwegsschleimhaut so verändert, dass sie weniger Sekret produziert. „Das Klinikum Stuttgart ist das einzige Krankenhaus in Deutschland, das dieses neuartige Verfahren durchführt,“ berichtet Professor Hetzel.

Ganzheitliche Behandlung zum Therapieerfolg

Ergänzend zu allen Therapien, seien diese medikamentös oder interventionell, kann Physiotherapie zusätzliche Fortschritte für Patienten bringen. Dabei wird ein Fokus auf das Erlernen von atmungserleichternden Techniken gelegt. Parallel wirken Psychotherapeuten darauf hin, dass COPD-Patienten mit ihrer alltäglichen Atemnot besser leben können.

Interdisziplinäre Versorgung bei COPD

Um für COPD-Patienten tatsächlich eine optimale Therapie zu erreichen, kommt dem Interdisziplinären Ansatz, wie er im Klinikum Stuttgart gelebt wird, eine große Bedeutung zu: Pneumologen, Intensivmediziner, Lungenchirurgen, Radiologen, Atmungstherapeuten, Physiotherapeuten und Psychotherapeuten arbeiten als therapeutisches Team zusammen. Dies erfolgt gemeinschaftlich in wöchentlich abgehaltenen patientenbezogenen Konferenzen, um für jeden Patienten die bestmögliche Therapie festzulegen. „Dieses therapeutische Team haben wir im Klinikum Stuttgart in idealer Weise unter einem Dach,“ sagt Professor Martin Hetzel. „Besonders stolz sind wir darauf, dass wir unseren Patienten alle innovativen Therapieverfahren anbieten können.“ Schließlich ist im Klinikum Stuttgart die Kompetenz vorhanden, bei Patienten mit weit fortgeschrittener COPD rechtzeitig zu erkennen, ob eine Lungentransplantation eine Behandlungsmöglichkeit ist, und diese bei Bedarf auf den Weg zu bringen.


Auf der Website des Klinikums Stuttgart finden Interessierte mehr über COPD, Lungenemphyseme und die Behandlungsmöglichkeiten im Klinikum Stuttgart.