Die Spezialitäten aus Sri Lanka, die beim Coop-Fest zu kosten waren, sind nicht nur farbenfroh, sondern auch lecker. Foto: Viola Volland

Unter dem Motto „Brücken bauen“ ist im Coop-Viertel rund um die Pragschule am Samstag gefeiert worden.

S-Nord - Einen Pappkarton nach dem nächsten schichten die Grundschüler der Pragschule in ihrer Turnhalle auf. Sie bauen damit eine Brücke – denn „Brücken bauen“ lautet das Motto des Stadtteilfests rund um ihre Schule am Samstagnachmittag, das in der Turnhalle eröffnet wird. „Unser Stadtteil zeichnet sich durch große Vielfalt aus, und diese Vielfalt wollen wir heute feiern“, sagt der Schulleiter der Pragschule, Peter Burkhardt.

An vier Veranstaltungsorten wird gebastelt, gemalt, gespielt und vor allem genossen. Im Hort der Schule zeichnen die Kinder auf Postkarten Reiseziele, die sie gerne mal sehen wollen. Vor der Moschee brutzelt köstlicher Fisch auf dem Grill. Im Familienzentrum wächst nicht nur ein Kunstwerk heran, es gibt auch frisch gebackene Pizza – und in der Pragschule selbst reihen sich Spezialitäten an Spezialitäten.

„Es ist einfach ein gutes Miteinander hier“

Die Idee zu dem Fest sei am runden Tisch Coop entstanden, der sich alle vier Wochen trifft, erzählt Peter Burkhardt. Unter anderem ist die Moschee in dem Netzwerk vertreten, aber auch die katholische Gemeinde St. Georg und die Evangelische Erlöserkirche sitzen in der Runde. „Es ist einfach ein gutes Miteinander hier“, sagt der Rektor. Seine Schule bildet den Mittelpunkt des Fests. Sie lädt an diesem Tag zu einer kleinen Weltreise ein. Ein Klassenzimmer verwandelt sich in die Türkei, das nächste in Italien. In wenigen Schritten gelangen die Schüler, ihre Eltern und Freunde nach Sri Lanka.

Im Klassenraum der 4 b riecht es nach Räucherstäbchen und exotischem Essen. Auf Schultischen liegen typische Zutaten, mit denen in Sri Lanka gekocht wird: Linsen, roter Reis, Wurzeln und Gemüsesorten, die viele zum ersten Mal gesehen haben dürften. Nein, das sei keine hubbelige Gurke, erfährt eine Besucherin. „Das ist Bittermelone“, erklärt Sivarubi Kugathas, die am Vortag auch mit Schülern im Rahmen der Projekttage gekocht hat. Stundenlang hat die Mutter einer Tochter an diesem Samstag in der Küche gestanden, um vegane Gerichte vorzubereiten, die die Besucher im Zimmer kosten können. An den Schultischen sitzen Eltern und Kinder aus Deutschland, aus der Türkei, aus Kroatien. Sie plaudern ungezwungen und lassen sich scharfen Reis, Kichererbsen mit Kokosnuss und süße Reispfannkuchen schmecken, trinken dazu Gewürztee mit Milch. „Als ich hier reinkam, fand ich den Geruch zuerst seltsam, aber es war wirklich sehr gut“, sagt Markus Seiffert. Er lobt, dass man sich an der Schule so um den Kulturaustausch bemüht. „Hier wird wirklich Wert auf Brücken gelegt“, sagt Seiffert. Sein Sohn Elias profitiere davon sehr. „Für ihn ist es ganz selbstverständlich, dass sein Freund Hamsa und nicht Fritz heißt.“

Großes Engagement der Eltern

„Köstlich“, lautet auch das Urteil von Schulamtsdirektorin Ulrike Brittinger über das Essen. Sie besucht das Fest als offizieller Gast – und bleibt deutlich länger, als sie müsste. Sie ist beeindruckt von dem großen Engagement der Eltern. Die Pragschule habe sich in den vergangenen Jahren toll entwickelt, sagt Ulrike Brittinger. Die Schulamtsdirektorin hat zuvor in der Turnhalle zur Eröffnung des Fests ein Grußwort gesprochen: „Brücken verbinden, aber Brücken müssen auch gepflegt werden, sonst ist es gefährlich, über sie zu gehen“, hat sie den Schülern gesagt.

Auch auf einer realen Brücke geht es bei dem Fest noch hoch her: Den Fußgängerüberweg über die Heilbronner Straße verwandeln Schülerinnen in einen Laufsteg.

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