Die Commerzbank baut bis 2030 weitere 3.000 Stellen ab. Sind auch Standorte in Stuttgart und der Region betroffen?
Die Commerzbank verschärft ihren Sparkurs und plant bis 2030 den Abbau weiterer 3.000 Vollzeitstellen im Konzern. Welche Auswirkungen das auf die Region Stuttgart haben könnte, bleibt allerdings unklar. Auf die Frage, ob in Stuttgart und Umgebung Stellen gestrichen, Filialen geschlossen oder Standorte zusammengelegt werden sollen, wollte sich die Bank nicht konkret äußern.
Eine Sprecherin erklärte lediglich, man könne dazu derzeit keine weiteren Angaben machen. Damit bleibt offen, ob die angekündigten Einsparungen auch Folgen für Beschäftigte in der Region haben werden.
Commerzbank steht gerade unter großem Druck
Die Commerzbank ist in Baden-Württemberg stark vertreten. Nach Angaben des Instituts betreibt die Bank dort 37 Standorte, ein Drittel davon in der Metropolregion Stuttgart. In der Region Stuttgart ist sie unter anderem in Backnang, Böblingen, Esslingen, Fellbach, Göppingen, Leonberg und Ludwigsburg präsent. In Stuttgart selbst gibt es vier Standorte.
Die Commerzbank steht gerade unter großem Druck durch die italienische Großbank Unicredit, die inzwischen knapp 30 Prozent der Aktien hält und ihren Einfluss weiter ausbauen will. Mit höheren Gewinnzielen und zusätzlichen Einsparungen versucht das Frankfurter Geldhaus deshalb, Investoren von einem eigenständigen Kurs zu überzeugen.
Sprecherin: Es sollen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden
Der Konzern betont, den Umbau möglichst sozialverträglich gestalten zu wollen. Geplant seien unter anderem Vorruhestandsmodelle, natürliche Fluktuation sowie Lösungen über die demografische Entwicklung. „Dazu hat die Bank mit den Arbeitnehmervertretungen bereits eine Transformationsvereinbarung getroffen, die die Eckpunkte regelt. Die Details werden in den kommenden Monaten besprochen“, so die Pressesprecherin gegenüber unserer Zeitung.
Der nun angekündigte Stellenabbau kommt zu einem bereits laufenden Sparprogramm hinzu. Schon Anfang 2025 hatte die Commerzbank angekündigt, bis Ende 2027 insgesamt 3.900 Vollzeitstellen abzubauen – vor allem in Deutschland. Parallel sollten damals insbesondere im Ausland neue Arbeitsplätze entstehen, etwa bei der polnischen Tochter mBank oder an Standorten in Asien.
Finanziell lief es zuletzt gut: Im ersten Quartal 2026 steigerte die Commerzbank ihr operatives Ergebnis auf rund 1,36 Milliarden Euro. Der Überschuss lag bei 913 Millionen Euro und damit deutlich über den Erwartungen von Analysten. Nach Angaben der Sprecherin trug dazu auch das Geschäft in Baden-Württemberg bei. Filialen blieben im Rahmen der Strategie „Momentum 2030“ weiterhin ein wichtiger Vertriebsweg, weshalb das Beratungsangebot zuletzt sogar ausgebaut worden sei.