Die Ultras der Gruppierung "Commando Cannstatt" stehen für ausgeprägte Choreografien beim VfB Stuttgart. Aber auch für einen kritischen Blick auf die Vereinspolitik. Foto: Pressefoto Baumann

Die Ausgliederung des VfB Stuttgart soll bis Juni 2016 beschlossen werden. Zumindest wenn es nach Präsident Bernd Wahler und seinen Mitstreitern geht. Die Ultras vom Commando Cannstatt legen nun erste Schritte des Prozesses vor und zeigen sich nur mäßig zufrieden.

Stuttgart - Bernd Wahler hat ein Ziel: Am 26. Juni des kommenden Jahres sollen die Mitglieder des VfB Stuttgart auf der vereinseigenen Versammlung die geplante Ausgliederung befürworten. Auch wenn der Präsident den eingeschlagenen Weg bewusst nicht als alternativlos bezeichnet. Viel mehr sprechen Wahler und seine Mitstreiter von einem Prozess, der bis dahin geführt werden müsse. Ein Prozess, der ergebnisoffen sei. Viele Mitglieder bemängelten aber schon bei der jüngsten Mitgliederversammlung, dass der Verein viel zu wenig und unzureichend über die geplante Ausgliederung informieren würde.

Seit der Mitgliederversammlung im Oktober sind nun auch schon wieder einige Wochen vergangen. Zeit für die Ultra-Gruppierung "Commando Cannstatt" ein erstes Fazit zum bisher Geschehenen zu ziehen - nachdem kürzlich bereits dazu aufgefordert wurde, zügig VfB-Mitglied zu werden, um am 26. Juni stimmberechtigt zu sein. So ist auf der Internetseite des "Commando Cannstatt" zu lesen: "Um ein Stimmrecht zu haben, muss man übrigens sechs Monate lang Vereinsmitglied sein. Die Zeit drängt also: Wer bisher noch nicht VfB-Mitglied ist, aber über die Zukunft unseres Vereins mitentscheiden will, sollte jetzt den Mitgliedsantrag ausfüllen und dem VfB zukommen lassen."

Das erste Fazit zur vom Verein angestrebten "ausführlichen Situationsanalyse in Form einer Mitgliederbefragung und Mitgliederinterviews im Diskussionsprozess" fällt ernüchternd aus: "Allerdings offenbarten sich bereits auf der ersten Sitzung enorme Diskrepanzen in dafür grundlegenden Themen."

Bemängelt wird, dass der Verein zwar einen ergebnisoffenen Prozess kommunizieren würde, jedoch längst ein klares Ziel im Hinterkopf habe - dieses aber nur unzureichend nach außen weitergebe. "Die Fanvertreter haben dieses Problem bereits auf der ersten Sitzung angesprochen und die Ausgangslage massiv kritisiert. Am 5.11.2015 wurde sich deshalb nochmals getroffen, da aufgrund der Grundsatzkonflikte auch noch keine Diskussion über den Fragebogen für die Mitgliederbefragung stattgefunden hatte."

Zusammengefasst wird der Verein aufgefordert, nicht mehr zweigleisig zu fahren (ein klares Ziel im Kopf zu haben, dieses aber nicht zu kommunizieren) und mehr Transparenz an den Tag zu legen.

Das Fazit des Commando Cannstatt: "Durchwachsen. Die Fanvertreter sind durch die Formulierung ihrer Punkte (...) bereits zwei Mal in Vorleistung getreten, obwohl aufgrund der ungelösten Grundsatzprobleme Bauchschmerzen bestehen. Die jetzt notwendige Diskussion kann aber nicht mehr länger vertagt werden."

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