Dominik Wendland (34) wurde am Montag in Stuttgart mit dem Comicbuchpreis ausgezeichnet. Foto: Leibinger Stiftung/© Magdalena Joos

Dominik Wendland ist am Montag in Stuttgart mit dem Comicbuchpreis 2025 ausgezeichnet worden. Bei der Preisverleihung ging es auch um den Comic-Standort Stuttgart.

„Sag das Zauberwort, und du hast die Macht, du kannst es tun, oh Sailor Moon!“ – Dieser berühmte Einspieler der japanischen Anime-Serie „Sailor Moon“ aus den 1990er Jahren hat am Montagabend den Festakt im Hospitalhof zur Verleihung des Comicbuchpreises 2025 der Berthold Leibinger Stiftung eingeleitet. Bereits zum elften Mal wurde die Trophäe in Stuttgart verliehen. Und das Zauberwort an diesem Abend lautete natürlich Comic!

 
Markus Wener von der Leibinger Stiftung, Dominik Wendland, Jurorin Anette Gehrig Foto: Tobias Funk

Der mit 25 000 Euro dotierte Preis geht in diesem Jahr an Dominik Wendland. Wendland ist 34, studierte Illustration in Leipzig und lebt und arbeitet heute in München. Die bislang unveröffentlichte Arbeit „Immer alles anders“ erzählt von den Herausforderungen eines Individuums in der heutigen Gesellschaft. Mit expressionistischem Ausdruck stolpert die zentrale Figur durch Tag und Nacht, bleibt unter Druck anpassungsfähig und verliert sich zunehmend selbst. Das sei sichtbar in Form, Farbe und Geschichte, so ein Urteil der Jury. Von 186 eingereichten Bewerbungen überzeugte Wendland mit diesem Sujet: „Es sei eine große Ehre, mit der eigenen Arbeit gesehen zu werden“, sagte Wendland am Abend.

Comic-Standort Stuttgart

Daneben waren auch die neun Finalistinnen und Finalisten mit ihren Arbeiten zu Gast. Diese sowie Dominik Wendlands prämiertes Werk sind bis 29. April in einer Ausstellung im Literaturhaus zu sehen. Dort stehen auch Auszüge der Comics zum Mitnehmen zur Verfügung.

„Immer alles anders“ erscheint Anfang 2026, eine Ausstellung zu Dominik Wendland wird ab Dezember 2025 im Literaturhaus zu sehen sein. Der Leibinger Comicbuchpreis geht immer an ein noch unveröffentlichtes Werk, da die Zeichnenden mit dem Preisgeld darin unterstützt werden, ihre Arbeiten abzuschließen.

Neben der Preisverleihung ging es noch um den Comic-Standort Stuttgart. Zu Gast waren Stefanie Stegmann vom Literaturhaus, Barbara M. Eggert von der Merz Akademie und Markus Pfalzgraf vom ComicJuju. Wie ließe sich Stuttgart eigentlich als Comicstandort stärken? Gerade Comics und Graphic Novels hätten das Potenzial, gesellschaftlich Relevantes auf anderer Ebene zu transportieren und dabei viele Menschen zu erreichen, sagten die Teilnehmenden. Das sei eine großartige Chance für die Stadt. Auch Dominik Wendland lobte vor allem die Indie-Comicszene, die in Stuttgart zu finden sei.

Wie wäre es also mit einem Vampir auf Wohnungssuche in Wien? Oder einer Zeitreise ins 19. Jahrhundert? Die Kraft der Comics - so ein Resümee – scheint schier grenzenlos zu sein.

Acht Seiten aus Dominik Wendlands „Immer alles anders“ in der Ausstellung im Literaturhaus Foto: Tobias Funk

Comicbuchpreis 2025. Eine Ausstellung im Stuttgarter Literaturhaus zeigt bis zum 29. April Seiten Auszüge aus den Bewerbungsarbeiten der insgesamt zehn Finalistinnen und Finalisten: Dominik Wendland, André Breinbauer, Ella Cohen, Matthias Gnehm, Horst Klein, Axel Meintker, Martin Oesch, Constantin Satüpo, Bianca Schaalburg, Shevek K. Selbert. Die Ausstellung ist vor und nach den Veranstaltungen geöffnet.