Leo (li.) und Bernd Schneider geben dem Schweinehund Schwimmtraining Foto: Michael Käfer

Die Schneiderbuam ziehen bei der Watzmann-Challenge den inneren Schweinehund auf ihre Seite. Rund 450 Besucher, darunter gefühlt ein erheblicher Teil Oeffinger, erlebten die Schneiderbuam bei der musikalisch-filmisch-komödiantischen Aufarbeitung ihres viertägigen Ausdauerdreikampfs zum Watzmann und zurück.

Fellbach - Der Aufwand, den der Oeffinger Bauunternehmer Bernd Schneider und sein Sohn Leo für die Premiere ihrer Watzmann-Challenge getrieben haben, war gewaltig. Angefangen beim Personal mit der Band Watz up Män über den Filmemacher Danijel Grbic, der sogar Bilder aus einem Hubschrauber lieferte, die Autoren Konrad Simon und Christian Ricken sowie eine zweistellige Anzahl weiterer Mitwirkender bis hin zum Veranstaltungsort.

Im August des vergangenen Jahres wollte Leo Schneider den Watzmann besteigen

Den Hölderlinsaal hatte Bernd Schneider angemietet, und wer befürchtet hatte, allzu viele leere Ränge wären die stimmungstötende Folge, wurde eines Besseren belehrt. Rund 450 Besucher, darunter gefühlt ein erheblicher Teil Oeffinger, erlebten die Schneiderbuam bei der musikalisch-filmisch-komödiantischen Aufarbeitung ihres viertägigen Ausdauerdreikampfs zum Watzmann und zurück.

Im August des vergangenen Jahres wollte Leo Schneider den Watzmann besteigen. Weil das ökologisch korrekt erfolgen sollte, machte sich das Vater-Sohn-Gespann, begleitet von einem Elektromobil, per Rennrad auf die Socken. 20 Stunden 35 Minuten und 420 Kilometer später ist das Duo am Königssee angekommen, schwamm die fünf Kilometer bis ans andere Ufer und kletterte danach auf Deutschlands gefährlichsten Berg. Auf der anderen Seite stiegen der Bauunternehmer und der Student wieder ins Tal und radelten zurück nach Oeffingen. Das Ganze natürlich mit Übernachtungen. Bei der Umsetzung auf der Bühne, bei der Watz up Män mit den von Bernd Schneiders Kumpel Gregor Wohak komponierten Songs für Begeisterung sorgte, stand das Duell mit dem sprichwörtlichen inneren Schweinehund im Mittelpunkt. Verkörpert von Thomas Jentsch versucht er die Schneiders von seinem Lebensstil zu überzeugen. „Wenn schon Bewegung, dann mit Stil“ ist das Motto des Morgenmantelträgers und bitte nie weiter als zwischen Bett und Sofa.

Dort ganz oben angekommen bezirzt ihn die als üppige Blondine

Ausgestattet mit Whiskyglas und einem stattlichen Pralinenvorrat, rekelt sich der innere Schweinehund in seinem Wohnzimmer. Dorthin hat er auch „Bernd, den Baumeister in der Midlife-Crisis und seinen pubertierenden Stangenspargel“ eingeladen, um sie von seiner entspannten Lebensart zu überzeugen. Ein wechselseitiger Dreikampf entwickelt sich, und der Hausherr versucht vergeblich mit einem leckeren Dreigangmenü, einem Marihuanapfeifchen und einem Liebeselixier zu punkten. Im Gegenzug muss er radeln, ein Schwimmtraining erdulden und sein Bücherregal besteigen.

Dort ganz oben angekommen bezirzt ihn die als üppige Blondine dargestellte Sagengestalt der am Watzmann hausenden Gailtalerin und verwandelt den Schweinehund in eine Sportskanone. Für so manchen der Zuschauer machte dabei eher der Respekt vor der sportlichen Leistung der Schneiderbuam und weniger die schauspielerische Leistung des nicht immer textsicheren Thomas Jentsch den Reiz der Extreme-Comedy aus. Die Begeisterung war hinterher jedenfalls groß und äußerte sich in Ovationen im Stehen.

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