Zwei haben sich lieb: Der Schweizer Comedian Marco Riemer (links) und der schwäbische Kabarettist Christoph Sonntag auf dem Cannstatter Volksfest. Foto: Markus Palmer

Dick sei er nicht, sagt der Schweizer Comedian Marco Rima, sondern nur „horizontal herausgefordert“. Sein schwäbischer Kollege Christoph Sonntag dagegen hat „mit viel Sex“ abgenommen. So lustig ging’s zu beim Spaßmacher-Treff auf dem Wasen.

Stuttgart - Beide sind Kinder der 1960er, der Schweizer und der Schwabe, zwei Männerfreunde seit vielen Jahren. Der eine wie der andere gehört also einem Volksstamm an, dessen Dialekt bereits ausreicht, damit Auswärtige lachen. Wer der Lustigere von beiden ist? Lässt sich’s überhaupt messen?

Humor kann man nicht auf die Waage stellen, aber die Kerle schon. Von den Comedians Marco Rima, 56, und Christoph Sonntag, 55, mag beim Vortrag in Karls Loge im Göckelesmaier-Zelt nur einer auf die Bierbank steigen. Klarer Sieger auf der Waage wär’ der Schweizer! Der nimmt an der Seite seiner schwäbischen Frau beständig zu. Dick sei er aber nicht, sondern nur „horizontal herausgefordert“. Also bleibt der Schweizer beim Auftritt unten, weil er sein Gewicht dem Sitzholz nicht zumuten will.

Rima preist die „schwäbische Tomantensuppe“ an

Der Schwabe dagegen tänzelt auf der Bank – er hat deutlich abgenommen. Wie’s der Sonntag schafft, dass die Kilos purzeln? „Viel Sex“, lautet seine Antwort. Der Mann sagt dies auf dem Wasen. Da gehört dieses eine Thema halt in irgendeiner Form dazu. Der Niveaupegel schlägt an diesem Ort aus alter Tradition auch mal unter der Gürtellinie aus – selbst bei jenen, die wie der Kabarettist gar keine Lederhose tragen.

Der schwäbische Geiz wird – bevorzugt von Reingschmeckten – immer noch als Spaßgarant angesehen. Prompt preist Marco Rima „die schwäbische Tomatensuppe“ an. Die bestehe aus heißem Wasser im roten Teller. Doch in Wahrheit ist die Sparsamkeit der Schwaben gar nicht so besonders. Sonntags Stiftung, die der wohl an Rechtschreibeschwäche leidendende Komiker Stiphtung schreibt, hat Spender zu Hähnchen oder Kässpätzle aufs Volksfest – oder Volksphest? – eingeladen, weil die Wirte Daniela und Karl Maier alles zahlen. Die Stiphtung, die Umweltprojekte fördert und benachteiligten Kindern hilft, feiert beim fünften „Wasenkonzil“ den zehnten Geburtstag. Seit Gründung sind laut Sonntag fast fünf Millionen Euro gespendet worden.

Unternehmer Hans-Martin Schempp von One World bringt einen Scheck in Höhe von 10 000 Euro mit. Im Frühjahr, sagt er, werde endlich sein Baumhotel bei Weil im Schönbuch eröffnet – mit fünfjähriger Verspätung nach der Insolvenz einer Zulieferfirma.

Erlebnisse auf dem Drei-Meter-Brett

Während die Band auf der großen Bühne pausiert, erzählt Marco Rima von seinem Schwimmbadbesuch mit der Tochter. Die dreht auf dem Drei-Meter-Brett angstvoll um, worauf sich der Vater herausgefordert fühlt, es vorzumachen. „Früher waren drei Meter nicht so hoch“, stellt er oben fest. Als er abspringen will, fällt ihm ein, dass er damals mit 18 Jahren 30 Kilo leichter war.

Zu spät! Schon platscht er ins Wasser – so heftig, dass eine Frau am Beckenrand ruft: „Ich will ein Kind von dir!“ Rima zeigt auf sein Mädel und sagt: „Da, nimm sie!“ Der Tochter sagt er draußen: „Schatz, so springt man von drei Metern.“ Erst jetzt merkt der Gute, dass seine Badehose noch immer oben auf dem Wasser schwimmt. Wer hat so viel Blödsinn erfunden? Der Schweizer halt! Außerdem: Der Wasen steht Kopf. Sehen Sie unseren Test von „Apollo13“, einem neuen Fahrgeschäft auf dem Wasen, im Video.

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