Rainer Widmayer gastiert am Samstag mit Hertha BSC beim VfB Stuttgart. Foto: Baumann

Die Dienste von Rainer Widmayer, Co-Trainer von Hertha BSC, sind beim VfB Stuttgart trotz der ersten Absage der Berliner im Oktober weiter begehrt. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Doch es gibt Anzeichen, dass der 51-jährige Schwabe aus Renningen vielleicht schon früher zurückkommt.

Stuttgart - Es steht fest, dass Rainer Widmayer ins Schwabenland heimkehren wird. Im Renninger Stadtteil Malms­heim hat der Co-Trainer von Hertha BSC mit Vergangenheit beim VfB Stuttgart ein Haus. Dort wohnt seine Frau Silke mit den zwei Söhnen, die beide auch Fußballer sind: Jan (21) spielt beim TSV Merklingen, Luca (18) bei den A-Junioren des FC Nöttingen. Die Frage ist nur noch, wann Rainer Widmayer das Leben im Hotel in Berlin und das Pendeln zwischen Hauptstadt und Heimat aufgeben wird.

Sein Vertrag bei Hertha BSC läuft noch bis Ende Juni 2019. Als der VfB sich im Oktober von Tayfun Korkut trennte und Markus Weinzierl als Chefcoach unter Vertrag nahm, hätte der abstiegsgedrohte Bundesliga-Konkurrent gerne schon Rainer Widmayer als Assistenten verpflichtet. Die Berliner, mit denen er am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker) in Stuttgart antritt, gaben ihn jedoch nicht frei.

Gegenseitiges Interesse an einer zukünftigen Zusammenarbeit

„Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mich sportlich in Berlin sehr wohlfühle. Aber ich bin auch ein Familienmensch. Deshalb schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, sagte der 51-Jährige seinerzeit im Nachklang. „Es wäre gelogen, wenn ich sage, dass es nicht wehtut, meine Frau und meine beiden Söhne nicht zu sehen.“ Zurzeit lehnt er laut Hertha BSC alle Interviewanfragen ab.

Der Kontakt zum VfB ist seit der Annäherung im Oktober aber nicht abgerissen. Der Club aus Cannstatt ist sein Heimatverein, die Verbundenheit ist groß. Es besteht weiterhin gegenseitiges Interesse an einer zukünftigen Zusammenarbeit. Nach Informationen unserer Redaktion gibt es konkrete Überlegungen zu einem zeitnahen zweiten Vorstoß, um Rainer Widmayer bereits in der Winterpause zum VfB zu holen.

Loyaler Gefolgsmann mit eigener Meinung

Der 51-Jährige wird wegen seiner fachlichen und menschlichen Qualitäten sehr wertgeschätzt – in Stuttgart genauso wie in Berlin. Als Spieler war er einst in Renningen, Ludwigsburg, Pforzheim, Ditzingen und Ulm am Ball. Beim VfB arbeitete er nach dem Karriereende von 2000 bis 2005 als Co-Trainer der zweiten Mannschaft. Nach Stationen in gleicher Rolle als Adjutant von VfB-Legende Krassimir Balakov in Zürich und St. Gallen fungierte er von ­November 2008 bis Dezember 2009 im ersten Stuttgarter Team als Assistent von Markus Babbel. Von Mai 2010 bis Dezember 2011 arbeitete er danach auch in Berlin und von Februar bis Dezember 2012 in ­Hoffenheim wieder an der Seite des ­Ex-Nationalspielers.

Seit Februar 2015 ist Rainer Widmayer wieder bei Hertha BSC, als Co-Trainer von Pal Dardai. 2016 war er schon nach der Verpflichtung von Hannes Wolf beim VfB im Gespräch. Er ist ein loyaler Zuarbeiter und Gefolgsmann, der mit der eigenen Meinung aber nicht zurückhält. Und er ist Schwabe durch und durch, was auch stets bei Fernsehinterviews zu hören ist. Rainer Widmayer weiß, wo er herkommt – und da will er am liebsten auch bald wieder hin.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: