CMT in Stuttgart 2129 Aussteller umwerben die Urlauber

Von Elke Rutschmann 

Die CMT ist auch mit einer Halle mehr ausgebucht. Das Thema Thermik feiert zum 50. Geburtstag Premiere. Am Samstag, 13. Januar, geht es los.

Stuttgart - Wenn man Achim Joos eine Weile zuhört, dann taucht man automatisch in seine ganz besondere Welt ein. Der 39-Jährige zählt zu den weltweit erfolgreichsten Gleitschirmpiloten und leitet seit 2011 als Geschäftsführer die Gleitschirmschule Freiraum in Ruhpolding. „Auch nach 30 Jahren ist jeder Flug noch sehr speziell. Mich faszinieren das lautlose Schweben und das Abschalten vom Alltag“, sagt Joos. Wer mehr wissen will über diesen individuellen Sport, kann sich bei der weltweit größten Publikumsmesse CMT (13. bis 21. Januar) am ersten Wochenende in der neuen Halle 10 inspirieren lassen. Beim 50-Jahr-Jubiläum der Tourismusmesse feiert das Segment Thermik Premiere. Es geht um Themen wie Gleitschirm- und Drachenfliegen sowie Lenkdrachen-Surfen.

Austeller aus Pakistan erstmals dabei

In der neuen Paul-Horn-Halle hat auch der Bereich Fahrrad-und Erlebnisreisen, der traditionell am ersten Wochenende stattfindet, eine neue Heimat gefunden. Nicht nur deswegen wartet die CMT erneut mit Rekordzahlen auf. 2192 Aussteller aus 100 Ländern sowie mehr als 360 Regionen und Städte sind auf dem Messegelände präsent. Ausgebucht ist auch der Caravaning- Teil. „Unsere Besucher können sich auf 1000 Reisemobile, Caravans und Freizeitfahrzeuge freuen sowie auf rund 120 Premieren und 143 Marken“, sagt Messe-Chef Roland Bleinroth. Zum ersten Mal präsentiert sich auch ein Aussteller aus Pakistan.

Die diesjährigen Partnerländer sind Ungarn und Panama, die Caravaning-Partnerregion ist das Trentino. Die Auswahl der Partner ist ein komplexer Prozess und zieht sich über einen längeren Zeitraum hin. „Und wir können politische Entwicklungen ja nicht über mehrere Jahre im Voraus beurteilen“, sagt Bleinroth zum Partner Ungarn, dessen Regierung um Premier Viktor Orbán inzwischen einen Großteil der heimischen Medienlandschaft kontrolliert und sich in der Flüchtlingspolitik nicht an Vorgaben der Europäischen Union hält. „Die Messe ist nicht dazu da zu bewerten, wir überlassen das den Reisenden selbst“, sagt der Messe-Chef.

Gerne wird auf die Anfänge zuürckgeblickt

Martin Lohmann, wissenschaftlicher Berater der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (Fur), registriert zwar durchaus, dass sich Urlauber Gedanken über die politische Situation in einem Land machen; „aber letztlich entscheiden sie sich danach, was ihnen die Destination touristisch bietet“, meint er. Dazu passt, dass die Türkei 2017 zwar Marktanteile verlor, aber hinter Deutschland, Spanien und Italien nach wie vor auf Platz vier bei den beliebtesten Reisezielen der Deutschen lag.

Im Jubiläumsjahr blickt der Experte auch gerne auf die Anfänge zurück. Als vor 50 Jahren die erste Reisemesse in Stuttgart stattfand, war das Volumen des Tourismus international und auch in Deutschland noch weit geringer. 36 Prozent der Deutschen reisten 1967 wenigstens einmal in den Urlaub, heute sind es mehr als zwei Drittel. Man reiste vor allem im eigenen Land oder nach Österreich und Italien. 2018 darf es auch gerne Schweden, Mauritius und sogar der Nordpol sein. Die Tourismusbranche reagiere mit einer großen Differenziertheit und versuche ihre Kunden noch zielgruppengenauer zu bedienen. Als Herausforderung sieht Lohmann den sogenannten Overtourism – die Überlastung eines Raumes durch zu viele Touristen. Das kann für Bevölkerung und Natur zur Belastung werden. Aktuelle Beispiele sind vor allem Städte und Inseln im Mittelmeer.

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