Pascal de Boer alias Clown Pascal bringt die Menschen zum Lachen. Foto: Lichtgut/Verena Ecker

Müssen Zirkusclowns um ihren Beruf fürchten? Wir haben mit Pascal de Boer alias Clown Pascal vom Circus Carl Busch über die Grusel-Clowns gesprochen. Er hat eine Erklärung dafür, warum manche Menschen Angst vor Clowns haben.

Stuttgart - Er ist der Mittelpunkt auf den Plakaten: Pascal de Boer alias Clown Pascal will im Circus Carl Busch, der nun auf dem Wasen gastiert, die Menschen zum Lachen bringen. Darum findet der 30-jährige Holländer die Grusel-Clowns gar nicht lustig.

Herr de Boer, warum sind Sie Clown geworden?

Ich war vier Jahre alt, da hat mich mein Onkel in Den Haag in einen großen Zirkus, der durch Europa tourte, mitgenommen. Die Clownsnummer war klasse, brachte alle zum Lachen. Da wusste ich: Das will ich auch mal machen.

Nicht zum Lachen finden viele die Grusel-Clowns, die mittlerweile nicht nur in den USA oder Großbritannien, sondern auch in an allerlei Orten in Deutschland ihr Unwesen treiben ...

Ich finde das auch alles andere als komisch. Ein Clown muss ein positives Bild vermitteln, kein böses. Clowns sind per se lustige Kerle. Es geht darum, den Menschen Freude, Kinder zum Lachen zu bringen, mit dem jeweiligen Charakter, den man kreiert. Allerdings habe ich schon in den vergangenen Jahren ich bemerkt, dass Kinder und Erwachsene etwas mehr Angst oder ein ungutes Gefühl haben, wenn sie Clowns sehen. Das hat sich mit den Horror-Clowns, die erschrecken wollen, freilich stark verschlechtert. Kinder erschrecken, das geht als Clown gar nicht!

Wie erklären Sie sich dieses ungute Gefühl?

Das hat mit der Schminke zu tun. Als ich noch lernte, habe ich anfangs auch mehr Make-up aufgetragen. Da denkt man noch, es ist nötig. Über die Jahre habe ich das immer weniger getan – und siehe da, die Angst verschwand. Ich hole die Menschen ja in die Manege, das geht besser, je mehr man mein Gesicht sieht.

Spüren Sie in Ihrem Berufsalltag Folgen durch die Attacken der Grusel-Clowns?

Hier im Zirkus nicht direkt. Aber einige Kollege schon, die normalerweise gebucht werden in Supermärkten, Einkaufszentren oder Geburtstagspartys. Einer sagte mir, dass das Negativbild der Clowns so um sich greift, dass er bald nicht mehr mit roter Nase arbeiten kann. Die Leute wollten sie nicht sehen und die Kinder weinen womöglich. Auch Ronald McDonald, im Prinzip der klassische Clown mit Pappnase, tritt nicht mehr auf.

In der USA haben Ihre Kollegen die Protestaktion „Clown Lives Matter“ initiiert. Stephen King, Autor des Romans „It“, in dem es um einen bösen Clown geht, hat auf Twitter daran erinnert, dass nicht alle Clowns schlecht sind ... Fürchten Sie um Ihren Ruf?

Das sind gute Aktionen! Stephen King hat einen Horrorroman geschrieben, der dann verfilmt wurde. Das ist ok. Aber man sollte doch zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden können. Das tun die Horror-Clowns nicht, sie sind keine Clowns, arbeiten nicht entsprechenden Outfits, sondern tragen Gruselmasken. Da ist nichts Lustiges dran. Damit diskreditieren sie die Branche. Manche brechen gar das Gesetz in deren Schutz. Das geht nicht. Ich finde es wahnsinnig, dass es wegen ein paar verrückten Spaßmachern und Brutalos womöglich den klassischen Clown nicht mehr geben könnte. Aber mittlerweile bekommen die Horror-Clowns ja selbst auf die Nase, weil die Menschen sich wehren und sie verprügeln.

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