Ab dem 1. August wird Sven Hahn nicht mehr Geschäftsführer der City-Initiative sein. Nach etwas mehr als fünf Jahren im Amt sucht er eine neue Herausforderung.
Nach etwas mehr als fünf Jahren verlässt Sven Hahn Ende Juli die City-Initiative. Als Geschäftsführer und Citymanager sei er prägend für den Verein gewesen und habe der City-Initiative mit seiner Arbeit ein Gesicht verliehen, heißt es aus der Vorstandschaft des Vereins.
Hahn blickt auf eine positive Bilanz seiner Arbeit: „Wir wollten ein relevanter Ansprechpartner in der Innenstadt werden und haben das geschafft.“ Die City-Initiative (CIS) habe sich bei Stadtverwaltung und Stadträten Gehör verschafft. Und das nicht nur bei Belangen der Einzelhändler. Das Themenspektrum reiche vom Baumschnitt an der Königstraße, über die Genehmigung von Außenflächen für Gastronomen bis hin zu Bewilligungen von Nutzungsänderungen von Ladenflächen. Dabei spielt auch der City-Dialog eine wichtige Rolle – ein Forum mit dem Oberbürgermeister, weiteren Vertretern der Rathausspitze, der Betriebe und Institutionen der Innenstadt. „Dieses Format ist eines der wichtigsten Instrumente, um die zentralen Themen der Innenstadt zu diskutieren und bevorstehende Probleme zu lösen“, sagt Hahn. Gute Dinge seien daraus entstanden, wie zum Beispiel die Kampagne Lieblingsviertel der Stuttgart Marketing GmbH oder der Sicherheitsdienst am Schlossplatz und Königsbau.
Die CIS hat einen verkaufsoffenen Sonntag durchgeboxt
Die Protagonisten in der Innenstadt nehmen das Engagement der CIS positiv wahr – und zwar nicht nur die Einzelhändler. Mittlerweile sind auch viele Kulturbetriebe, Dienstleister, Gastronomen, Vereine, Hotels, Verbände und Organisationen bei der CIS. Die Mitgliederzahl ist trotz Corona in den vergangenen fünf Jahren von etwa 170 auf rund 250 angewachsen. „Das ist ein riesiger Erfolg“, sagt Hahn.
Zudem habe man die eigenen Veranstaltungen auf Links gedreht, um die Qualität zu verbessern. „Die Geschäfte hatten bis 24 Uhr geöffnet, darauf hat sich das Event konzentriert – heute ist wesentlich mehr geboten.“ Mittlerweile gebe es Events wie die Stuttgart Street Art, bei der die Innenstadt durch zahlreiche Künstler mit Leben gefüllt werde. Und auch bei der Langen Einkaufsnacht gebe es ein attraktives Programm in der Innenstadt – wie beispielsweise den Energy-Dancefloor oder die Illumination des Königsbaus. Damit sich der Handel auch während der Fußball-EM ansprechend präsentieren und seinen Teil zum Gelingen des Großereignisses in Stuttgart beitragen kann, hat die CIS einen verkaufsoffenen Sonntag (16. Juni) gegen die Widerstände der Gewerkschaft Verdi durchgeboxt. Man zog sogar vor Gericht, damit nach 18 Jahren endlich mal wieder an einem Sonntag in der Innenstadt die Geschäfte öffnen dürfen.
Auch finanziell passt es bei der CIS
Die CIS steht insgesamt gut da – auch finanziell. Seit diesem Jahr gibt es vom Gemeinderat jährlich 150 000 Euro – zuvor waren es 110 000 Euro. Voraussetzung für die Anhebung war eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge, die seit 2005 nicht erhöht wurden. Ohne Gegenstimme wurde der Vorschlag, die Beiträge um fünf Prozent zu erhöhen, in der Mitgliederversammlung 2023 angenommen.
Wie geht es für die CIS nach all den Erfolgen weiter? „Wir stehen nun dort, wo wir stehen wollten und sollten“, betont Hahn. „Nun müssen wir noch sichtbarer werden mit unseren Veranstaltungen und Aktionen.“ Dafür ist jetzt die neue Volontärin Viola Völlm zuständig, die das Team der CIS seit ein paar Wochen bereichert.
Sven Hahn geht zum PV Projekt Verlag
Sven Hahn ist es um die CIS auf jeden Fall nicht bange. „Die Arbeit hat riesigen Spaß gemacht. Ich habe mich auch nie aktiv wegbeworben. Das neue Job-Angebot kam zu mir und hat sich super spannend angehört. Wenn ich diesen Schritt nicht gewagt hätte, hätte mich das später vielleicht geärgert.“
Sven Hahn wird ab 1. August Geschäftsführer der PV Projekt Verlag GmbH und folgt somit auf Gerald Domdey, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen wird, um sich ab Herbst neuen Herausforderungen zu stellen. Der Verlag bringt monatlich das Stuttgartmagazin „Lift“ heraus. Auf 140 Seiten sind ein Veranstaltungskalender, Tipps und Artikel rund um Stadtleben, Kultur, Gastronomie und Shopping für Stuttgart und die Region zu finden. Dazu veranstaltet der Titel weit über Stuttgart hinaus lokale Kultur-Events wie die „Lange Nacht der Museen“. Dazu erscheinen im PV Projekt Verlag Sonderhefte wie zum Beispiel der jährliche Gastroführer „Stuttgart geht aus“, der große Shopping-Guide „Stuttgart kauft ein“ sowie „Stuttgart für Kinder“ und „Uni-Tipp“. Hunderttausende Userinnen und User nutzen regelmäßig den Online-Auftritt „Lift-Online“, sagt Domdey.
Ein Nachfolger ist noch nicht benannt
Der Journalist und Verleger Gerald Domdey war 1991 einer der Gründer des Verlages und hat das Unternehmen „33 Jahre sehr erfolgreich geleitet“, sagt Herbert Dachs, Geschäftsführer der Medienholding Süd, zu welcher der PV Projekt Verlag gehört. Der Verlag sei in dieser Zeit zu einem wichtigen Akteur in und um Stuttgart geworden und habe unter Domdeys Führung viele wichtige Impulse im Stadt- und Kulturleben geliefert.
Sven Hahn sei der richtige Mann für die Nachfolge, sagt Dachs. Er sei ausgebildeter Redakteur mit einem umfassenden Verständnis für die wirtschaftlichen Belange eines Unternehmens und habe sich in den vergangenen fünf Jahren ein gutes Netzwerk aufgebaut sowie ein Gefühl für den Markt, um Lift gerade digital noch stärker machen zu können. Das Stuttgartmagazin solle neben Print zu einem unverzichtbaren digitalen Info-Portal für Stuttgart und die Region werden, sagt Dachs.
Wer bei der CIS die Nachfolge von Sven Hahn antritt, ist noch nicht entschieden.