Auf dem Gelände des Autohauses könnten bald Wohnungen entstehen Foto: Piechowski

Im Stuttgarter Osten könnte sich von 2017 an ein neuer Wohnbauschwerpunkt mit an die 150 Einheiten entwickeln. Auf dem Gelände der heutigen Citroën-Niederlassung an der Ecke Neckar-/Metzstraße erwägen die Grundstückseigentümer die Neuordnung und Aufwertung.

Stuttgart - Im Stuttgarter Osten könnte sich von 2017 an ein neuer Wohnbauschwerpunkt mit an die 150 Einheiten entwickeln. Auf dem Gelände der heutigen Citroën-Niederlassung an der Ecke Neckar-/Metzstraße erwägen die Grundstückseigentümer, zwei Nachfahren des früheren Citroën-Händlers Spahr, in die Neuordnung und Aufwertung der 10 249 Quadratmeter großen Fläche zu investieren.

Neben Wohnraum, der hier bisher gar nicht zu finden ist, soll die Nahversorgung mit einem weiteren Supermarkt mit Vollsortiment und einem Drogeriemarkt verbessert werden. Darüber gibt es Gespräche mit Edeka und Rossmann. Die heutige Penny-Filiale möchte zudem erweitern.

In der Stadtverwaltung beobachtet man die Nutzungsideen mit Wohlwollen. Grundsätzlich sei zusätzlicher Handel für das Kerngebiet verträglich und sinnvoll, sagt Ines Aufrecht, die die Abteilung Wirtschaftsförderung im Rathaus leitet. Auch die weitere Nutzung durch ein Autohaus sei „gebietsverträglich“, allerdings bilde sich entlang der Heilbronner Straße ein eindeutiger Schwerpunkt für Autohandel. Sollte der also an der Neckar- und Metzstraße abwandern und sollten dort künftig Wohnungen gebaut werden, „würde sich das gut einfügen“, so Aufrecht.

„Wir würden die Entwicklung begrüßen und Wohnungsbau unterstützen“, sagt Detlef Kron, Chef des städtischen Planungsamtes. Das Gebiet liegt vergleichsweise ruhig und ist über die Stadtbahn sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Beim Ausbau der Nahversorgung müsse geprüft werden, welche Größen am Standort zum städtischen Zentren-Konzept passten, sagt Kron. Außerdem seien beim Wohnungsbau natürlich die städtischen Ziele für geförderten Wohnraum und Sozialwohnungen zu erfüllen.

Weil die komplette Neuplanung Zeit braucht, wollen die Eigentümer einen Zwischenschritt machen. Die seit 20 Jahren ansässige Citroën-Niederlassung wird zum 15. Juni in die Pragstraße wechseln und dort ein bisheriges Honda-Haus langfristig anmieten. „Wettbewerb belebt das Geschäft, damit sind wir praktisch an der Automeile“, sagt Niederlassungsleiter Harald Stuis. Citroën erhält an der Pragstraße noch ein Parkhaus mit 125 Plätzen. Der französische Hersteller kann seine umfangreiche Modellpalette damit angemessen präsentieren.

Die Lücke, die Citroën an der Neckarstraße hinterlässt, wird dem Vernehmen nach Auto-Staiger schließen. Bei Staiger, ältester Opel-Händler Deutschlands, steht ein großer Umbruch an. Der 20 000 Quadratmeter große Stammsitz an der Nordbahnhofstraße wurde an das Siedlungswerk verkauft und muss zum Jahresende geräumt werden. Dort entstehen bis zu 350 Wohnungen. Die Staiger-Eigentümer wollen sich außerdem von den weiteren fünf Häusern in Leinfelden, Waiblingen, Esslingen, Göppingen und Schwäbisch-Gmünd sowie dem Teilehandel in der Hafenbahnstraße trennen. Beim Komplettverkauf ist bisher nur das Autohaus in Leipzig ist außen vor.

Als Käufer von Staiger waren 2013 die Frey-Gruppe (Schwabengarage) und der Renault-Händler von der Weppen im Gespräch. Mit keinem von beiden konnte sich die Rüsselsheimer Adam Opel AG, die ein gewichtiges Wort mitspricht, einigen. Inzwischen wurde dem Vernehmen nach eine Investmentgesellschaft gefunden, die zwar mit Autohandel bisher nichts zu tun hat, Staiger aber komplett übernehmen und die Arbeitsplätze an allen Standorten und den 116 Jahre alten Namen erhalten wird.

Bis die neuen Eigentümer ein Gelände für einen Neubau gefunden haben, bieten sich die Hallen an der Neckar- und Metzstraße samt Werkstatt zur Zwischennutzung an.

Der dortige Projektentwickler spricht, ohne Opel oder Staiger zu nennen, von einer „klassischen win-win-Situation“. Die Verträge sind allerdings noch nicht unterschrieben, weil der Staiger-Deal in Rüsselsheim erst Ende Februar über die Bühne gehen soll. Die Mitgift von Opel für den neuen Händler ist offenbar nach wie vor strittig.

Geklärt ist für die Zwischennutzung an der Neckar-/Metzstraße dagegen, dass die bisher von der Landespolizei genutzten Büros auf dem Gelände zur Jahresmitte 2014 von der Evangelischen Heimstiftung bezogen werden. Sie wird die Räume in der Neckarstraße 207 so lange nutzen, bis ihre neue Zentrale in der Hackstraße voraussichtlich 2016 fertig sein wird. Außerdem wird sich das neue Unternehmen „Wir kaufen dein Auto“, das auf den Internethandel setzt, auf der Gewerbefläche einmieten. Die Penny-Filiale könnte zudem von 600auf 900 Quadratmeter wachsen.

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