Ein leerstehendes Gebäude, in dem Asylbewerber unterkommen sollten, steht am 24. August 2015 in Weissach im Tal voll in Flammen. Foto: dpa

Immer wieder nahmen vor allem Brandstifter in den vergangenen Monaten Flüchtlingsunterkünfte und geplante Heime im Südwesten ins Visier. Wir dokumentieren einige aktuelle Beispiele.

Stuttgart - Der Anschlag mit einer Handgranate auf ein Flüchtlingsheim im Schwarzwald ist der bislang heftigste Angriff gegen Asylbewerber im Südwesten. Er ist aber nicht der erste: Immer wieder nahmen vor allem Brandstifter in den vergangenen Monaten Heime ins Visier. Nur einige aktuelle Beispiele:

- Am 10. Januar schmeißen Unbekannte Böller durch ein geöffnetes Fenster in eine Flüchtlingsunterkunft in BAD WALDSEE (Kreis Ravensburg). Wenige Tage später nimmt die Polizei einen 27-jährigen Verdächtigen fest.

- Brandstifter legen an Weihnachten in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in SCHWÄBISCH GMÜND nachts Feuer. Rein zufällig sieht eine vorbeikommende Streife einer Werksfeuerwehr die Flammen und löscht umgehend. Geschätzter Schaden: rund 20 000 Euro.

- Unbekannte legen im Oktober in einem leerstehenden Gasthaus in REMSECK bei Stuttgart ein Feuer. Direkt nebenan leben 50 Flüchtlinge, verletzt wird niemand.

- Ein Unbekannter wirft im Oktober eine Rauchkerze durch ein gekipptes Küchenfenster in eine Flüchtlingsunterkunft in ALTHEIM (Alb-Donau-Kreis). Eine 33 Jahre alte Bewohnerin kann sich und ihren vierjährigen Sohn noch in Sicherheit bringen.

- Ein ehemaliger Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in HEIDELBERG soll am 11. Oktober mit einem Komplizen versucht haben, das Gebäude in Brand zu stecken. Nur durch Zufall entdecken Bewohner des Heims das Feuer.

- Am 21. September brennt eine geplante Flüchtlingsunterkunft in WERTHEIM (Main-Tauber-Kreis). Die Täter setzen Brandbeschleuniger ein. In der Halle standen bereits mehr als 300 Betten, Menschen waren aber noch nicht untergebracht.

- In einer Asylbewerberunterkunft in RIEDLINGEN (Kreis Biberach) halten sich am 19. September 47 Syrer auf, als plötzlich zwei Mülltonnen brennen. Die Feuerwehr kann den Brand rasch löschen, verletzt wird niemand.

- Am 24. August wird in WEISSACH IM TAL (Rems-Murr-Kreis) ein Gebäude mit 20 Plätzen für Flüchtlinge fast völlig zerstört. Die Polizei geht von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Die Täter sind nicht gefasst.

- In der Nacht zum 18. Juli geht in REMCHINGEN (Enzkreis) ein leerstehendes früheres Vereinsheim in Flammen auf, in das Flüchtlinge einziehen sollten. Ein 42-jähriger Verdächtiger kommt in U-Haft.

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