Klicken Sie sich durch die Bilder vom letzten CSD ... Foto: Rothe

Vor Start des CSD glätten sich die Wogen. Präsident der Handwerkskammer kommt zu Eröffnungsgala.

Stuttgart - Beim Christopher Street Day (CSD), der am heutigen Freitag mit einer Gala im Friedrichsbau Varieté eröffnet wird, will die Industrie- und Handelskammer (IHK) nicht das Feindbild sein. „Wir haben keine ablehnende Meinung gegen Homosexualität“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Richter am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung. Die Zitate, die von ihm bei CSD-Veranstaltungen verbreitet würden, seien unvollständig und aus dem Zusammenhang gerissen. Er habe nicht über „wenig bis kaum bekleidete Teilnehmer“ bei der Parade geklagt, sondern bedauert, dass oft nur diese Bilder in die Medien kämen und nicht die Forderungen der Demonstrationen. „In den Unternehmen gibt es klare Richtlinien gegen Diskriminierungen“, sagte Richter. Dass die IHK kein Grußwort für den CSD schreibe wollte, dürfe nicht als Ablehnung verstanden werden. Nach dem Ärger über eine Fahne für Stuttgart 21, die aus dem IHK-Gebäude hing, habe man beschlossen, sich künftig bei politischen Themen herauszuhalten. Der IHK-Hauptgeschäftsführer vermutet, dass die CSD-Organisatoren „polarisieren“ wollten.

„Herr Richter ist für uns nicht der Buhmann“, erklärte CSD-Sprecher Christoph Michl, „wir haben ihm keineswegs Vorurteile gegen eine Minderheit unterstellt.“ Doch die IHK sollte zur Kenntnis nehmen, dass viele Schwule und Lesben noch immer am Arbeitsplatz diskriminiert würden. Michl: „Wir sind zum Dialog bereit – auf alle unsere Einladungen hat die HK jedoch nicht reagiert.“ Ganz anders verhalte sich die Handwerkskammer. Deren Präsident Rainer Reichold habe ein Grußwort geschrieben und zugesagt, die CSD-Eröffnungsgala im Friedrichsbau zu besuchen. Erwartet werden außerdem Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer und Citymanager Hans H. Pfeifer, der den CSD als eine der größten Veranstaltungen der Stadt unterstützt. Travestie-Lady Frl. Wommy Wonder moderiert die ausverkaufte Show, bei der unter anderem Zauberkünstler Topas und Chansonsänger Fabian Schläper auftreten. Unter dem Motto „Gleich beschäftigt“ wird es zahlreiche Veranstaltungen in der kommenden Woche geben. Am Donnerstag, 26. Juli, 19.30 Uhr, etwa steht im Haus Mitte, Hohe Straße 9, eine Film-Preview mit dem Titel „Klänge des Verschweigens“ auf dem Programm. Der Filmemacher Klaus Stanjek, dessen schwuler Onkel die KZ in Dachau und Mauthausen überlebt hat, wird anwesend sein.

Die CSD-Politparade startet am Samstag, 28. Juli, um 16 Uhr am Erwin-Schoettle-Platz mit 56 Formationen und 3000 Teilnehmern. Die Abschlusskundgebung ist um 18.15 Uhr auf dem Schlossplatz geplant.

www.csd-stuttgart.de
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