Christof Sage mit Miss World Rosanna Davison. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. Foto: Piechowski

Promifotograf Christof R. Sage hat mit 1300 VIPs im Römerkastell seine Media Night gefeiert.

Stuttgart - Alphatiere, Sternchen, Lebemänner: Wenn Promifotograf Christof R. Sage mit 1300 VIPs im Römerkastell seine Media Night feiert, darf gerätselt werden. Sind wir noch in Stuttgart oder schon im siebten Jetset-Himmel?

Der rote Teppich wird nicht gemacht für Leisetreter. Großer und vergnügter Bussi-Bussi-Elan herrscht, sobald Sages Schaulaufkundschaft anrückt und die Damen hochhackig in der langen Stöckel-Schlange die hohe Kunst von Designern, Coiffeuren und Schönheitschirurgen vorführen. Bei den Männern sind zurückgegelte Haare, wuchtige Chronometer und Ray-Ban-Brillen mit schwarzem Vollrand beliebt - die Insignien der Wirtschaftskraft.

Bereits draußen vor der Phoenixhalle lächelt der Gastgeber, umgeben von luxuriösen Limousinen wie einem Maybach-Cabrio, alle an. Grimmigen Gestalten lässt Christof R. Sage (das R steht für Rudolf) keine Chance, grimmig zu bleiben. Bei kaum einem gesellschaftlichen Ereignis der Republik fehlt er - alle zwei Jahren aber sorgt er selbst für einen Aufmarsch der hiesigen Society (finanziert von 60 Sponsoren). In der gestrigen Nacht auf Dienstag herzt der 58-Jährige Gäste wie Moderator Max Schauzer, Landtagspräsident Willi Stächele, Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, Integrationsministerin Biklay Öney, die Miss World Rosanna Davison, die Tochter von Chris de Burgh. "Die Krise liegt hinter uns", meint Petra Klein, die Moderatorin des Abends, "jetzt darf wieder aus vollem Herzen, mit vollem Einsatz und ohne schlechtes Gewissen gefeiert werden."

Nun gut, nicht jeder neue Gast kann selbst bei vollem Einsatz des Herzen alles wissen. Weil der Duft der weiten Welt hier in jede Nase steigt, spricht ein ZDF-Seriendarsteller (rücksichtsvoll sei der Name verschwiegen) Sage englisch aus und sagt zu ihm "Seeeedsch". Sehr schön! Als wäre der korrekte Klang des deutschen Familiennamens zu banal für so eine Nacht.

Ja, sage mal - wie macht das dieser Sage nur? Wie schafft er's nur, dass alle bei ihm antanzen, als würde ihnen ein Bambi verliehen? Ich kenne diesen Mann seit vielen Jahren und verrate exklusiv sein Geheimnis: Er behandelt Promis wie ganz normale Menschen, die sie trotz all ihrer Eitelkeiten hoffentlich auch sind. Und er hat nach 36 Jahren noch großen Spaß an seiner Arbeit.

"Sage ist der Beste und ein feiner Kerl", sagt EU-Kommissar Günther Oettinger. Am Vormittag ist er aus Algerien nach Stuttgart geflogen, um Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Sachen Donauraumstrategien zu treffen. Am Nachmittag muss er zu einer Siemens-Konferenz nach Brüssel jetten. Kann er in der Nacht wieder zurück zu Sage? Nein. Die Konferenz dauerte zu lang. Vorsorglich hat Oettinger eine Videobotschaft geschickt. Als "führenden Netzwerker" bezeichnet er darin seinen alten Freund. Merken wir uns: Ministerpräsidenten und Daimler-Chefs kommen und gehen - Sage aber bleibt.

Früher brauchte man Vitamin B - heute Netzwerke. Jemand zu kennen, der jemanden kennt, hat noch nie jemandem geschadet. Sage, auch Herausgeber der "Feinen Adressen", scheint alle zu kennen. Das wurde mir schon früh klar, als ich vor vielen Jahren den meist auffällig gekleideten Fotografen und stolzen Vater einer bildhübschen Tochter zum ersten Mal bei Events traf. Sage stellte mir wichtige Menschen in einem Tempo vor, dass ich nicht hinterherkam, alle zu registrieren. Noch hatte ich ein Gespräch gar nicht beendet, streckten sich mir weitere Hände entgegen, die sich auf Sages Geheiß für mich interessierten. Es scheint sein größtes Glück zu sein, Menschen zu vernetzen und sie in Geflechte zu verwickeln, die den Geschäften, der Information und vor allem dem Spaß dienen.

In all den Jahren haben wir beide unzählige Doppelpässe gespielt. Gut, beim Tischfußball in seinem mit Promibildern tapezierten Haus in Filderstadt hab' ich gegen ihn bis heute nicht gewonnen. Sages Ehrgeiz ist größer als seine Eitelkeit - der Ehrgeiz, es allen immer wieder zu zeigen. Womit wir wieder beim roten Teppich im Römerkastell wären. Wen soll man erwähnen? Sollen wir mit Sänger Abi Ofarim anfangen und bei Dübel-Chef Klaus Fischer aufhören? Spendensammlerin Ute Ohoven war da wie auch Kabarettist Christoph Sonntag mit Freundin Elisabeth Mayer. Bandleader Berti Kiolbassa bringt's auf den Punkt: "Optisch ist Sage definitiv die schwäbische Antwort auf Burt Reynolds."

Sages hübsche Tochter übrigens will nicht Papas Büro übernehmen. Dass er mit Promis auf Du und Du ist, gefalle ihr, aber sie sehe, wie wenig Freizeit in diesem Beruf bleibe, sagt der Vater. Der Hansdampf fliegt ständig um den Globus, ist selten daheim - und kehrt immer zurück. Stuttgart ist wie geschaffen für ihn. Selbst wenn große Welt wie bei seiner Mega-Party aufflackert, ist's doch immer irgendwie familiär. So gut drauf, wie wir jetzt alle nach dieser Super-Happy-Night sind, bin ich mir sicher: Nächstes Mal schlag' ich den Sage beim Tischfußball! Garantiert!

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