Christine Theiss moderiert die Abnehmshow "The Biggest Loser" Foto: SAT.1/Arya Shirazi

Im Interview blickt Christine Theiss auf ihre zehn Staffeln "The Biggest Loser" zurück und verrät, was sich in der neuen Staffel (Start: 05. Januar in Sat.1) ändern wird.

Christine Theiss (39) startet am 5. Januar 2020 (16:30 Uhr in Sat.1, danach immer sonntags ab 17:30 Uhr) in die elfte Staffel "The Biggest Loser". Für die Moderatorin und ehemalige Kickbox-Weltmeisterin ist es das zehnte Mal als Camp-Chefin. Was ihr aus den vergangenen Jahren am meisten in Erinnerung geblieben ist und auf welche Veränderungen sich die Zuschauer in den neuen Folgen freuen können, verrät sie im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Sichern Sie sich hier das Buch "The Biggest Loser: Die Life Change Challenge: 10 Kilo weniger in 10 Wochen"

Ihre zehnte Staffel "The Biggest Loser" - Haben Sie immer an den anhaltenden Erfolg der Show geglaubt?

Theiss: Wir hatten das Glück, dass uns der Sender in Zeiten, in denen es nicht so gut lief und wir Fehler gemacht haben, immer noch vertraut hat. Wir haben die Chance bekommen, uns zu entwickeln. Man spürt, dass wir unsere Kandidaten mit Respekt behandeln. Wir haben einen guten Dreh gefunden, wie wir das Wiegen gestalten und ich habe mich in die Moderation eingegroovt. Es ist schade, dass viele gute TV-Formate diese Chance nicht bekommen.

Welche schönen und welche traurigen Momente haben Sie erlebt?

Theiss: Die schönsten Momente sind die Nachrichten über eine Schwangerschaft. Wenn Frauen, die schon lange einen unerfüllten Kinderwunsch haben, da durch das Übergewicht hormonell alles durcheinandergeraten ist, kleine "The Biggest Loser"-Babys zur Welt bringen, ist das das Schönste. Traurig ist es immer, wenn ich mitbekomme, dass es jemand nicht geschafft hat. Man hätte gerne geholfen, aber sie trauen sich oft nicht, Kontakt zu halten.

Es wird in der kommenden Staffel ein neues Camp auf der griechischen Insel Naxos geben. Warum der Abschied aus Andalusien?

Theiss: Das alte Camp war schon ziemlich abgerockt, das kam im Fernsehen gar nicht so rüber. Wir haben auf Naxos ein ganz tolles Camp gefunden. Es ist alles neuer und moderner. Und ich bin total verliebt in Naxos und würde sofort auf diese Insel ziehen. Die Landschaft, die einsamen Buchten und die Bewohner sind großartig.

Es gibt zudem eine neue Trainerin im Camp. Wie würden Sie Petra Arvela beschreiben?

Theiss: Ich hoffe, dass die Zuschauer sie genauso in ihr Herz schließen werden, wie wir sie. Sie ist ein tolles Mädel aus Finnland, Ex-Profifußballerin bei Werder Bremen und durch und durch ein Wettkampftyp, weshalb sich die Zuschauer auf spannende Duelle zwischen ihr und Coach Ramin freuen können. Sie lebt schon länger in Spanien und nimmt häufig an Spartan-Läufen teil. Dementsprechend weiß sie, was die Kandidaten leisten müssen.

Sie haben in einem unserer Interviews verraten, dass Sie auch noch Kontakt zu den Kandidaten haben. Warum ist Ihnen das wichtig?

Theiss: Ich würde meinen Job nicht lieben, wenn mir meine Kandidaten egal wären. Wir haben WhatsApp-Gruppen und schreiben uns auf Instagram. Sie stellen mir Fragen oder teilen mir mit, wenn sie schwanger werden, das ist schon wirklich süß. Das ist nicht mit allen so, aber wer Kontakt halten möchte, kann Kontakt halten. Auch mein Charity-Event hier in München wird alljährlich zum Familientreffen mit allen, im letzten Jahr waren 33 Kandidaten da.

Mario hat vergangenes Jahr rund 100 Kilo abgenommen. Wie geht es ihm aktuell?

Theiss: Super, er hat mit seiner Familie vor Kurzem eine Wohnmobiltour gemacht und sie sind die ganzen Drehorte in Andalusien abgefahren. Er schaut immer noch gut aus, aber das war mir gleich klar. Er macht sein Ding, das hat Hand und Fuß.

Inwiefern sehen Sie Gefahren bei einer so radikalen Gewichtsabnahme?

Es gibt de facto keinen Unterschied im Langzeit-Benefit zwischen schneller und lang andauernder Gewichtsabnahme. Das Entscheidende ist: Ändere ich mein Leben komplett oder nicht? Wenn ich nur bis Tag X abnehme, und das ist dann egal, wann dieser kommt, und dann nicht weitermache, wird es nicht funktionieren. Ich habe den Eindruck, dass wir die Kandidaten immer besser darauf vorbereiten, dass die eigentliche Herausforderung erst danach kommt. Das gemeinsame Vernetzen und gegenseitige Pushen nach der Show hilft ihnen ungemein.

Wäre es nicht besser, die Kandidaten über einen längeren Zeitraum zu begleiten?

Theiss: Wir begleiten sie ein halbes Jahr und irgendwann muss man eben sagen: Ihr seid erwachsene Menschen. Nichtsdestotrotz können unsere Kandidaten immer mit unseren Trainern Kontakt halten. Es gibt sogar Kandidaten, die in die Nähe von Ramin gezogen sind, damit sie regelmäßig mit ihm arbeiten können.

Instagram und Co. helfen dabei, sich durch Fitness-Influencer zu pushen, erhöhen aber auch den Figurdruck. Wie kritisch sehen Sie die Fitness-Bewegung in den sozialen Medien?

Theiss: Es gibt sehr gute Fitnessvorbilder, die zum Training animieren. Wenn man sich authentisch präsentiert, mit Pickel und Falten im Gesicht, finde ich das gut. Problematisch wird es, wenn man sich vermeintlich zeigt, wie man ist, dieses Bild aber nicht der Realität entspricht und die Menschen sich daran orientieren. Dann wird die Diskrepanz zu groß - das zermürbt.

Haben Sie ein Positiv-Beispiel?

Theiss: Ich denke da besonders abseits der Fitness-Ikonen. Die blinde Biathletin Clara Klug zum Beispiel. Solche Menschen, die mit ihrer Leistung und Natürlichkeit punkten, taugen viel mehr als Vorbild, als ein Instagram-Model, dessen Fotos hundert Stunden bearbeitet wurden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: