Die jüngere Gruppe des Wolfbusch-Chors Foto: Petra Mostbacher-Dix

Eine Erfolgsgeschichte: Der Wolfbusch-Kinder- und -Jugendchor hat seinen zehnten Geburtstag gefeiert.

Wolfbusch - Das beste Geschenk hat sie sich selbst gemacht. „Wenn ich eure Stimmen höre, mittlerweile dreistimmig, dann bin ich glücklich“, erklärt die Chorleiterin Edith Hartmann den Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 14 Jahren, die sich da in der Apsis und in den ersten Bankreihen der evangelischen Wolfbuschkirche reihen. Sie gehören zum Wolfbusch-Kinder- und -Jugendchor, der mit zwei Konzerten seinen zehnten Geburtstag feiert.

So lange leitet auch Hartmann, die an der Musikhochschule Stuttgart Schulmusik studierte, die Chöre. Die Keimzelle waren 2007 gerade mal 25 junge Sänger. Sie hätte sich nie träumen lassen, so Hartmann, dass sie mal in der Liederhalle singen würden, dass sich die Zahl der Singenden mehr als vervierfachen würde: Heute musizieren in vier Chorgruppen mehr als 100 junge Menschen aus 19 Ländern. 2016 trat der Wolfbusch-Kinder- und -Jugendchor 20-mal auf, in diesem Jahr schon elfmal. Die Chöre sangen bereits mit dem Solitude-Chor, im SWR, führten Musicals auf, nahmen an Wettbewerben teil. So erhielten die Jugendlichen beim Deutschen Chorfest 2016 in Stuttgart den dritten Preis, die Kinder wurden „mit gutem Erfolg“ als jüngster Chor ausgezeichnet.

Beim Jubiläum erklangen entsprechend Höhepunkte der vergangenen Dekade. Der Einstieg, das Lied vom Wolfbusch-Kinderchor, war Programm: „Singen macht uns Spaß ... das bringt uns was ...“, heißt es da. Und: „Singen macht gescheit und ist gesund ... macht andern Freud.“

Auch Kulturbürgermeister Fabian Mayer lobt die Arbeit des Chors

Die Kirche war denn auch voll besetzt mit Zuschauern, die begeistert waren von Gesang und Darbietung. Die Kinder und Jugendlichen unterstrichen die Texte mit Gestik, Mimik und Spielszenen, etwa beim humorvollen „Jule wäscht sich nie“, dem gefühlvollen „Blinke blinke kleiner Stern“ oder dem trotzigen „Immer ich“. Das Kinderlied über allerlei Missgeschicke sangen die Jüngsten, stampften dabei genüsslich auf, dass der Boden vibrierte. „Das haben die Kinder selbst vorgeschlagen“, so Hartmann. Sie führe altersgerecht an die Musik heran, sagt sie. Bei den Jüngeren geht es spielerischer zu, bei den Älteren stehen Stimmbildungstage auf dem Programm. „Körpersprache ist wesentlich, wenn man sich Musik erarbeitet“, so die Musikerin.

Welche anspruchsvollen Früchte das trägt, wurde auf dem Geburtstagskonzert deutlich. Ton- und oktavensicher gab der Jugendchor vielstimmig die Gospel „O happy day“, „I will follow him“ aus dem Musical „Sister Act“ oder die komplexen Arrangements von Stücken aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Begleitet wurden sie von einem Elternstreichquartett, das einst von Lioba Meingast initiiert wurde, und einer Band. In dieser spielt unter anderem die Flötistin und Saxofonistin Schéron Waldner-Schöpf. Sie ist ebenfalls eine Dekade im Boot, meldete als eine der ersten ihre Tochter beim Chor an. Dessen Geschichte wurde unter anderem mit einer Foto-Collage und Artikeln ausgestellt, in einer Festschrift illustriert. In dieser lobt nicht nur Bezirksvorsteherin Ulrike Zich die Arbeit der Wolfbusch-Kinder- und -Jugendchöre, sondern auch Stuttgarts Kulturbürgermeister Fabian Mayer tat dies. Kinder und Jugendliche könnten so in einer von sozialen Medien stark beeinflussten Zeit echte soziale Kontakte knüpfen, Miteinander erleben und erkennen, „wie man Freizeit kreativ und freudig gestalten kann.“

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