Unter den Ausstellern auf der Intergastra waren auch Chinesen. Foto: Fotoagentur Stuttgart/Rosar

Das Thema um den weltweit gefürchteten Erreger hat die Landesmesse in Stuttgart erreicht: Weil ein Aussteller sich zuvor in einem Risikogebiet aufgehalten hat, musste er das Gelände verlassen. Die Messe-Chefs reagierten sofort und verwiesen auf die Vorsichtsmaßnahmen.

Stuttgart - Die ganzen Vorsichtsmaßnahmen haben nicht geholfen: Offenbar weil die Unterlagen in chinesischer Sprache ausgefüllt und nicht schnell genug übersetzt worden sind, hielt sich auf der Intergastra ein chinesischer Aussteller auf, der noch vor kurzem in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet unterwegs gewesen ist. Nach zwei Tagen bemerkten die Verantwortlichen beim Landratsamt Esslingen das Malheur und der Mann wurde gebeten, das Messegelände zu verlassen. Bei dem Fall handelt es sich aber keinesfalls um einen Verdachtsfall oder gar um einen infizierten Mann.

Die vorsorglichen Schutzmaßnahmen waren umfassend: Bei der Olympiade der Köche waren gleich zwei Mannschaften aus China am Start. Diese hielten sich an die zweiwöchige Frist, in der sie sich zuvor in keinem Risikogebiet aufhalten durften, die vom Landratsamt vorgeschrieben war. Die Teams der Köche hielten zuvor eine dreiwöchige Quarantänezeit ein. Zudem haben sich alle Teilnehmer testen lassen, alle Tests blieben unauffällig. Beide Teams, Junioren und Senioren, kochten ganz normal beim Wettbewerb mit, die Besucher betrachten diese offenbar auch als ungefährlich: Die Menüs der Chinesen fanden genügend Abnehmer, kein Gast lehnte kurzfristig das Essen ab.

Fünf Aussteller aus China mit Ständen auf der Messe

Die Ausreisebeschränkung wirkte nur bei einer Mannschaft: Macau reiste erst gar nicht nach Stuttgart aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen. Genau deshalb seien die Regeln auch so streng, sagen die Verantwortlichen der Messe, nicht nur zum Schutz der Besucher und der anderen Aussteller, auch aus ganz praktischen Gründen: Aussteller, die die vorgeschriebenen zeitlichen Einschränkungen nicht einhalten, sollten doch am besten gar nicht erst anreisen.

Bei der Intergastra waren fünf Aussteller aus China mit Ständen auf der Messe, vonseiten der Besucher, so die Veranstalter, habe es keinerlei negative Reaktionen gegeben. Die Besucherzahlen erreichten mit über 100 000 einen neuen Rekord. Dennoch begrüßt Messe-Geschäftsführer Roland Bleinroth die Präventionsmaßnahmen: „Als internationaler Messeplatz hat die Gesundheit der Aussteller, Besucher und Gäste bei allen Events der Messe Stuttgart oberste Priorität.“ Deshalb stünde man auch seit Wochen in engem Kontakt mit den Behörden, die keinerlei Grund für eine Einschränkung des Messebetriebs sehen würden.

Die anstehenden Messen haben eher nationalen Charakter

Wobei Roland Bleinroth in naher Zukunft auch keine potenzielle Gefahr sieht. „Bei den nächsten anstehenden Messen in Stuttgart handelt es sich zum größten Teil um Veranstaltungen mit einem nationalen Fokus“, sagt Bleinroth, sodass sich die Frage einer Beteiligung von Kunden aus China gar nicht stelle.

Trotz aller positiven Nachrichten bleibt die Messe bei ihren Vorsichtsmaßnahmen: Die Reinigungshäufigkeit in den Sanitärbereichen und auf dem gesamten Messegelände sei erhöht worden. An allen Eingängen sind außerdem zusätzliche Handdesinfektionsgeräte aufgestellt worden. Als Veranstalter, so Bleinroth, unterstütze die Messe zudem die aktuelle Kampagne „no hands“, bei der empfohlen wird, auf das Händeschütteln zu verzichten.

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