Rund 65 Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten den Brand schnell im Griff. Foto: SDMG/Friebe

Nach dem Brand im Institut für Polychemie am Pfaffenwaldring ist die Ursache weiter unklar. Die Ermittlungen dauern an.

Vaihingen - Erste Untersuchungen der Polizei haben keine Antwort auf die Frage geliefert, warum es in der Nacht von Mittwoch, 7. Oktober, auf Donnerstag in einem Versuchslabor der Universität Stuttgart gebrannt hat. Die Ermittler gehen nicht davon aus, dass der Brand auf dem Vaihinger Campus vorsätzlich ausgelöst worden ist. Nicht ausschließen könne man jedoch fahrlässiges Verhalten, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Nach einer ersten Besichtigung des Labors im Flachbau Süd des Instituts für Polymerchemie vermute man einen technischen Defekt als Brandursache.

Feuerwehr rückte kurz nach Mitternacht aus

Die Feuerwehr war in der Nacht ausgerückt, nachdem eine automatische Brandmeldeanlage um 0.44 Uhr Alarm geschlagen hatte. Rund 65 Einsatzkräfte waren vor Ort, auch die Freiwillige Feuerwehr Vaihingen war an dem Einsatz beteiligt. Der ausgebrannte Raum ist ein sogenanntes Dauerversuchslabor. Experimente laufen dort über einen längeren Zeitraum, 24 Stunden am Tag. Da in dem Raum auch Gasflaschen gelagert waren, die für manche Versuche benötigt werden, wurde durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr Schlimmeres verhindert.

Das Labor sei nicht mehr zu gebrauchen, sagt Günter Bahlinger, der Brandschutzbeauftragte der Universität Stuttgart. Zwar verfüge es über eine Brandschutztür, diese habe die Feuerwehr aber öffnen müssen, um das Feuer zu löschen. Die Folge: Der Qualm zog in den angrenzenden Flur, der gesamte Gebäudetrakt mit insgesamt zehn Räumen kann auf unbestimmte Zeit nicht genutzt werden. „Auf dem Flur stinkt es bestialisch“, so Bahlinger, „es gibt kein Fenster, durch das der Rauch abziehen kann.“

Der betroffene Gebäudetrakt ist abgeriegelt

Der Flur kann momentan nur mit Schutzanzug und Atemschutzmaske betreten werden. Sicherheitspersonal bewachte nach Angaben des Brandschutzbeauftragten bis zum Wochenende rund um die Uhr den Gebäudetrakt, um unbefugtes Betreten zu verhindern. Über mögliche Folgen des Brandes für die Raumbelegung konnte die Universität bislang keine Angaben machen. In erster Linie sei man froh, dass niemand persönlich zu Schaden gekommen sei, hieß es. Nun warte man weitere Untersuchungen und Besichtigungen durch Ermittler und Gutachter ab.

Laut Polizei beträgt der Sachschaden mehrere Zehntausend Euro. Der Brandschutzbeauftragte Bahlinger wird konkreter. Er schätzt den unmittelbaren Schaden durch Zerstörung des Inventars auf bis zu 50 000 Euro, angesichts nun anfallender Kosten für die Reinigung und Sanierung des Labors dürfte der Betrag noch steigen. Er rechnet insgesamt mit rund 100 000 Euro. Bleibt zu hoffen, dass im Labor keine wichtigen Forschungsergebnisse dokumentiert waren. „Die wären jetzt definitiv unbrauchbar“, sagt Bahlinger.

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