Rüdiger Grube, der ehemalige Chef der Deutschen Bahn, wird Investmentbanker. Foto: dpa

Der ehemalige Bahn-Chef Rüdiger Grube hat einen neuen Job und wird künftig für die US-Investmentbank Lazard arbeiten.

Stuttgart/Frankfurt - Die Bahn hat er im Streit verlassen, jetzt will der ehemalige Bahn-Chef Rüdiger Grube bei der US-Investmentbank Lazard durchstarten. Dort übernimmt er zum 1. August 2017 den Posten des Chairmans für das deutsche Investmentbanking, wie Lazard am Donnerstag mitteilte. Grube soll dort eng mit den beiden Deutschlandchefs der Bank, Eric Fellhauer und Ken-Oliver Fritz, zusammenarbeiten und wichtige Klienten betreuen. Für die Bank dürfte Grube mit seinen guten Managementkontakten zweifellos ein Gewinn sein. Auch international setzt Lazard auf Grubes langjährige Erfahrung und das weit verzweigte Kontaktnetz des 65-Jährigen.

„Mister Stuttgart 21

Grube war Ende Januar 2017 nach fast acht Jahren an der Spitze der Deutschen Bahn zurückgetreten. Hintergrund war ein Streit über die Vertragsverlängerung. Vor allem in Stuttgart war er kein Unbekannter – nicht zuletzt auch wegen des Bahnprojekts Stuttgart 21, das ihm den Spitznamen „Mister Stuttgart 21“ eingebracht hat.

Seine Karriere begann Ende Grube Ende der 1980er Jahre bei den Flugzeugbauern Airbus und Dasa. Nachdem er ab 1996 mit kurzer Unterbrechung wichtige Posten bei Daimler bekleidete, wechselte er im Mai 2009 dann an die Spitze der Deutschen Bahn – bis Anfang 2017. Im Juni wurde Grube zum Aufsichtsratschef der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) gewählt.

Das 1848 gegründete US-Geldhaus Lazard ist mit Niederlassungen in 27 Ländern und rund 194 Milliarden Dollar (170 Milliarden Euro) an verwalteten Kundengeldern einer der ältesten und größten Namen im internationalen Investmentbanking. In Deutschland ist das Unternehmen seit 1988 präsent und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Zuletzt beriet Lazard die Restaurantkette Vapiano bei ihrem deutschen Börsengang.

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