Gerät politisch in der Chat-Affäre immer mehr unter Druck: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. Foto: imago//CNP/AdMedia

Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth entlässt hochrangige Militärs und teilt geheime Pläne in Gruppenchats – vom Chaos im Pentagon profitieren andere, kommentiert Korrespondent Thomas Spang.

Die Selbstentmachtung der USA hat mit dem Chaos im Pentagon neue Qualität erreicht. Das einst für Disziplin und klare Kommunikation bekannte Ministerium gerät unter der Führung von Pete Hegseth aus den Fugen. Dabei ist der zweite nun aufgetauchte Chat über eine ungesicherte App mit Familie und Freunden über einen bevorstehenden Militärschlag fast das kleinere Problem.

 

Schwerer wiegt der Umgang des ehemaligen TV-Moderators Hegseth mit hochdekorierten Militärs. Aus rein politischen Gründen hatte Hegseth den Generalstabschef, die Chefin der Marine, die Kommandantin der Küstenwache und den stellvertretenden Luftwaffenchef entlassen. Vergangene Woche setzte Hegseth dann im eigenen Führungsteam zum Kahlschlag an. Ohne Beweis für den Vorwurf angeblicher Durchstechereien entließ er seinen engsten Berater und zwei weitere hochrangige Mitarbeiter. Sein Bürochef wurde strafversetzt.

Der gesunde Menschenverstand legt nahe, dass nicht die Entlassenen, sondern der Chef selbst das Problem ist. Russland und China dürften sich die Hände reiben – diese US-Regierung erledigt das Geschäft ihrer weltpolitischen Konkurrenten selbst und schwächt sich nachhaltig. Dass Trump dies nicht nur geschehen lässt, sondern Hegseth bei der Demontage anfeuert, wirft Fragen auf. Hat der Wahnsinn vielleicht Methode? Dann wäre ein überforderter doch loyaler Hegseth der Richtige für seinen Job.