Dem Verkehrsausschuss der Regionalversammlung ist der Bericht über das Baustellenchaos in den Ferien kein Wort wert. Das ist ein schlimmes Signal für die Fahrgäste, meint unser Redakteur Thomas Durchdenwald.
Stuttgart - Für den Stuttgarter S-Bahn-Chef Dirk Rothenstein verlief die jüngste Sitzung des regionalen Verkehrsausschusses besser als manche S-Bahn-Fahrt. Die Regionalräte verbissen sich derart in parteipolitische Grabenkämpfe über die Folgen von Stuttgart 21 und den grünen Verkehrsminister Winfried Hermann, dass der unverdächtig klingende Punkt „Bericht zur Fahrplankonferenz“ ohne Debatte aus Zeitmangel durchgewinkt wurde. Das war Politikversagen.
Hausgemachte Probleme
Das vierseitige Papier enthält nämlich die brisante Einschätzung, dass es eben nicht nur unglückliche Umstände waren, die zum S-Bahn-Chaos in den Sommerferien führten. Ursächlich für den wochenlangen Ausnahmezustand waren Arbeiten an der Signaltechnik, die nicht planmäßig fertig wurden, und eine wegen bahninterner Verspätung unbefriedigende Fahrgastinformation. Kurz gesagt: Die Probleme waren hausgemacht.
Ernüchterndes Signal
Für ein Gremium, das die politische und finanzielle Verantwortung für die S-Bahn trägt, hätten sich daraus einige Fragen und vor allem unmissverständliche Forderungen ergeben müssen. Doch die Regionalräte schwiegen. Für Rothenstein war das gut, für die S-Bahn-Kunden ist es ein ernüchterndes und bitteres Signal.
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