Passagiere in Köln stehen Schlange am Flughafen. In Nordrhein-Westfalen haben bereits die Sommerferien begonnen. Foto: dpa/Thomas Banneyer

Das Chaos an den Flughäfen nervt. Nicht der Staat, sondern die Branche ist gefordert, es zu beseitigen, kommentiert Thorsten Knuf.

Wer mit dem Flugzeug verreisen will, braucht gute Nerven. Die Corona-Pandemie hat die Luftfahrt in Europa in eine schwere Krise gestürzt. Und jetzt, wo die Menschen wieder reisen, fehlt es an allen Ecken und Enden an Personal. Die Folgen sind annullierte Flüge und lange Schlagen – beim Check-in, bei den Sicherheitskontrollen, bei den Gepäckdiensten.

 

Die Bundesregierung will jetzt im großen Stil Kurzzeit-Arbeitsvisa für ausländische Hilfskräfte ausgeben, um im Sommer die Situation an den deutschen Flughäfen zu entspannen. Die Dienstleister an den Airports sollen etwa Gepäckverlader aus der Türkei nach Deutschland holen können, müssen diese aber nach Tarif bezahlen und vernünftig unterbringen.

Das Vorgehen ist pragmatisch. Und es ist vernünftig, dass die Regierung auch die Unternehmen in die Pflicht nimmt. Mit Hilfen in Milliardenhöhe hat der Staat die Luftfahrtbranche durch die Pandemie gebracht. Für die Sicherung von Fachkräften nach der Krise aber ist der Staat nicht zuständig. Um auf Dauer ausreichend Personal gewinnen zu können, werden die Firmen bessere Löhne und Arbeitsbedingungen bieten müssen.