Mit einem neuen Programm - Joblinge - steigen in Stuttgart die Job-Chancen für junge Menschen Foto: dpa

Die in Stuttgart neue Initiative Joblinge will benachteiligten Jugendlichen zu beruflichen Perspektiven verhelfen. Akteure aus Wirtschaft , Politik und Gesellschaft bringen sich ein und helfen beispielsweise dem 20-jährigen Ahmed.

Stuttgart - Ahmed Saleh ist ein Jobling. Der 18-jährige Palästinenser hat das Wirtschaftsgymnasium abgebrochen und war lange auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive. Die hat er beim der Initiative Joblinge gefunden, die benachteiligten Jugendlichen helfen will, sich einen Ausbildungsplatz zu erarbeiten.

Im Moment bewirbt sich Ahmed Saleh um ein Praktikum und würde gerne eine Ausbildung zum Industriekaufmann machen. Die Kompetenzen für eine ansprechende Bewerbung hat er sich zusammen mit seinem persönlichen Mentor bei den Joblingen erarbeitet. „Da baut man Vertrauen auf, lernt Teamfähigkeit und Selbstfindung, ich kann das nur empfehlen“, sagt Ahmed Saleh bei der offiziellen Einweihung des Standorts Stuttgart im Alten Feuerwehrhaus in Heslach. 40 Joblinge haben in der Landeshauptstadt im Mai das Programm gestartet, das stark praxisbezogen ausgerichtet ist.

Pro Teilnehmer schlagen 6400 Euro zu Buche, das Programm dauert sechs Monate. Joblinge ist in Form von gemeinnützigen Aktiengesellschaften (gAGs) organisiert, in die sich Akteure aus Wirtschaft , Politik und Gesellschaft einbringen. „Dieser Ansatz hat bislang in Stuttgart gefehlt“, sagt Erster Bürgermeister Michael Föll, der sich als Aufsichtsratsvorsitzender engagiert.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn unterstützt das Modell als Schirmherr, und aus Stuttgart sind 25 Unternehmen beteiligt. Die Joblinge wurden von der BMW-Stiftung und der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) ins Leben gerufen und 2014 als Integrationsprojekt des Jahres ausgezeichnet.

Bundesweit gibt es zwölf Standorte mit eindeutig ansprechenden Erfolgen, unter anderem weil man sich nach der Vermittlung auch intensiv um die Nachbetreuung der Joblinge kümmert. „Die Vermittlungsquote liegt bei 65 Prozent und 80 Prozent der Jugendlichen ziehen die Ausbildung durch“, sagt Carsten Kartz, Deutschlandchef der BCG.

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