Chris Führich erzielt ein sehenswertes Tor zum 3:1 – der VfB ist in der Königsklasse weiter im Rennen. Foto: Pressefoto Baumann//Volker Müller

Beim 5:1 gegen die Young Boys Bern sorgt der VfB in der zweiten Halbzeit für klare Verhältnisse. Doch durch den erneuten Fehlstart mit dem 0:1 müssen Mannschaft und Fans länger zittern als nötig.

Exakt 5481 Tage nach dem 3:1 über die Rumänen von Unirea Urziceni vom Dezember 2009 hat der VfB wieder ein Heimspiel in der Champions League gewonnen. Diesmal gelangen den Stuttgartern beim 5:1 gegen die Young Boys Bern sogar noch zwei Tore mehr als vor 15 Jahren.

 

Kein Wunder also, dass die Fans in der mit 60 000 Fans voll besetzten Stuttgarter Arena am Ende in vorweihnachtlicher Jubelstimmung waren. Der VfB hat in der Champions League drei wichtige Punkte auf seine Habenseite gebracht, steht nun bei sieben Zählern – und liegt vor den beiden abschließenden Partien der Ligaphase der Königsklasse im Januar 2025 bei Slovan Bratislava sowie gegen Paris St. Germain weiter aussichtsreich im Rennen. Denn das große internationale Ziel, mindestens die K.o.-Spiele der Zwischenrunde zu erreichen, ist also durchaus realisierbar.

Allerdings waren die drei Punkte gegen die weiterhin punktlosen Schweizer für das Überstehen der Ligaphase auch bitter nötig für die Elf von Sebastian Hoeneß – denn die Konkurrenz im hinteren Mittelfeld der Tabelle punktete ebenfalls. Zehn Zähler müssen es nach aktuellem Stand anders als zunächst angenommen fürs Weiterkommen wohl mindestens sein.

Der VfB benötigt einen langen Anlauf

Nicht unter den Tisch gekehrt werden darf bei allem dem Jubel in und um die Cannstatter Kurve allerdings der Umstand, dass es auch gegen den Neunten der Schweizer Super League aus Bern einen längeren Anlauf brauchte, ehe der VfB die Verhältnisse klar zurecht rückte. So starteten die Stuttgarter fast schon pomadig in die Partie – und gerieten nach sechs Minuten folgerichtig mit 0:1 in Rückstand.

Erst in Halbzeit zwei ließ es der deutsche Vizemeister gegen nun phasenweise überforderte Eidgenossen krachen. Die fünf Treffer tun angesichts der Tabellensituation auch dem Torverhältnis gut.

Mit Blick auf die beiden ausstehenden Bundesligaspiele am Sonntag in Heidenheim sowie am Samstag, 21. Dezember im Jahresfinale zuhause gegen den FC St. Pauli würde man dem VfB nun wünschen, einmal ohne Umwege sofort erfolgreich in die Partien zu starten.

Denn beide Gegner stehen als 15. der Tabelle (St. Pauli) und 16. (Heidenheim) in der Liga bereits ein wenig mit dem Rücken zur Wand. Daher könnten weitere Rückstände womöglich zusätzliche Kraftakte erfordern. Und die sollte sich die Hoeneß-Elf angesichts des bereits absolvierten Mega-Programms lieber ersparen.