Thaddäus Kunzmann will das verlorene Direktmandat zurückerobern. Foto: privat

Im Wahlkreis Nürtingen steuert die CDU bei der Kandidatenkür auf eine Kampfabstimmung zu.

Nürtingen - Wenige Wochen vor den Nominierungsparteitagen der CDU im Landkreis Esslingen und ein gutes Jahr vor der baden-württembergischen Landtagswahl 2021 ist der Kampf um die christdemokratischen Spitzenplätze in den drei Wahlkreisen eröffnet. Während der amtierende Abgeordnete im Wahlkreis Esslingen, Andreas Deuschle, sich am 24. April in Neuhausen wohl beruhigt dem Votum der Basis stellen kann, wird es in den Wahlkreise Nürtingen und Kirchheim ungleich spannender.

In dem zuletzt an den Grünen-Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann verloren gegangenen Wahlkreis Nürtingen/Filder zeichnet sich wohl eine Kampfabstimmung ab. Im Rahmen des Jahrespressegesprächs der Kreis-CDU am Freitag in Oberboihingen erklärte der amtierende Kreischef der Christdemokraten, Thaddäus Kunzmann, dass er für seine Partei das Direktmandat gerne wieder zurückholen würde. Bevor er allerdings gegen den erneut antretenden Kretschmann in den Ring steigen darf, steht ihm die parteiinterne Auseinandersetzung mit Ilona Koch bevor. Die 53 Jahre alte Kommunalpolitikerin aus Leinfelden-Echterdingen hat am Rande des Oberboihinger Pressegesprächs ebenfalls eine Kandidatur in Aussicht gestellt.

Kunzmann will es wieder wissen

Die Gemeinderätin und stellvertretende Fraktionschefin der CDU im Kreistag hatte den damals noch amtierenden Landtagsabgeordneten Kunzmann schon vor der Wahl 2016 herausgefordert, damals aber lediglich 40 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen können. Gegen einen nicht mehr als Platzhirsch antretenden Kunzmann rechnet sich die vor allem im Filderraum bestens vernetzte Ilona Koch dieses Mal nun wohl mehr Chancen aus.

Im Wahlkreis Kirchheim werden die CDU-Karten völlig neu gemischt, nachdem der seit dem Jahr 2001 im Landtag sitzende Karl Zimmermann schon vorzeitig angekündigt hat, nicht mehr kandidieren zu wollen. Für ihn wird wohl die Kirchheimer Stadträtin Natalie Pfau-Weller, bisher schon CDU-Zweitkandidatin im Wahlkreis, die christdemokratischen Farben im Wahlkampf vertreten – vorausgesetzt, es gelingt ihr, bei der Nominierungsveranstaltung am 6. März in Notzingen die Basis hinter sich zu versammeln.

Grün liegt vorne

Ein sichere Sprungbrett in das Stuttgarter Landesparlament ist eine CDU-Kandidatur im ländlich geprägten Wahlkreis Kirchheim allerdings seit dem Wahlgang von 2016 auch nicht mehr. Wie im benachbarten Nürtingen war vor vier Jahren auch unter der Teck das Direktmandat an die Grünen gegangen. Deren Kandidat, Andreas Schwarz, ist inzwischen zum Fraktionschef seiner Partei im Landtag aufgestiegen und will erneut antreten.

Im Wahlkreis Esslingen läuft alles auf Andreas Deuschle als Kandidat hinaus. Die erneute Bewerbung des Landtagsabgeordneten gilt als sicher, auch wenn er es sich vorbehalten hat, die Entscheidung erst auf dem Neujahrsempfang der Esslinger CDU am 25. Januar im Gemeindehaus am Blarerplatz bekannt zu geben.

Wohl bekannte Gesichter bei der Bundestagswahl

Weniger parteiinterne Zündstoff birgt die ebenfalls im Jahr 2021 stattfindende Bundestagswahl. Hier hatte die CDU mit Markus Grübel im Wahlkreis Esslingen und Michael Hennrich im Wahlkreis Nürtingen zuletzt beide Direktmandate errungen. Sowohl Grübel, als auch Hennrich wollen erneut für ihre Partei in den Wahlkampf ziehen. Das letzte Wort hat auch hier die Basis: am 10. Juli in Esslingen und am 17. Juli in Nürtingen.

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