Sohn und Vater: Florian und Wolfgang Dauner. Foto: Piechowski

Immer wieder treten Sohn Florian (Schlagzeug) und Vater Wolfgang Dauner (Klavier) gemeinsam auf. Jetzt haben sie ihre erste CD „Dauner // Dauner“ aufgenommen und diese in der Stuttgarter Sparda-Bank vorgestellt.

Stuttgart - Der eine verliert sich gerne in impressionistischen Klangfarben, der andere schätzt das druckvolle Spiel nach vorne: Das sind Gegensätze, die sich in diesem Falle aber verbinden, sowohl familiär als auch musikalisch. Vater Wolfgang und Sohn Florian Dauner treten immer wieder mal als Duo auf, doch erst jetzt haben sie erstmals gemeinsam eine CD aufgenommen. „Dauner // Dauner“ heißt sie, offiziell vorgestellt wurde sie im Stuttgarter Erlebniszentrum der Sparda-Bank, einem repräsentativen, aber für Jazzfreunde ungewöhnlichen Ort.

Vater und Sohn sind Musiker, das Reden haben sie an diesem Abend anderen überlassen. Sie konzentrierten sich ganz auf ihr Zusammenspiel, indem sie Nummer für Nummer ihre aktuelle CD präsentierten. Auffallend war, dass an diesem Abend ein sicheres Bassfundament fehlte, für das auf der CD Dieter Ilg sorgt. Dadurch ergeben sich aber Freiräume, die vor allem Wolfgang Dauner am Klavier nutzte. Musikalisch ist der Bogen weit gespannt, wobei natürlich vor allem die Handschrift des Vaters mit seiner mehr als 50 Jahre währenden musikalischen Karriere spürbar ist. Sehr lautmalerisch sind Stücke wie „2012 + 1“ oder „Elf Notizen“, die an die Zeiten des United Jazz and Rock Ensemble erinnern. Es folgt eine rhythmisch äußerst vertrackte Raga-Bearbeitung und in Stücken wie „Hypnos“ oder „Echo’s Stimme“ erklingt wieder der Synthesizer. Da gehörte Wolfgang Dauner einmal zu den Pionieren im Jazz, bis er sich wieder ganz dem Flügel widmete. So klingt der melodische Aufbau dieser Stücke nach früheren Tagen. Doch heute steckt da viel mehr Wucht dahinter. Zum einen, weil elektronische Klänge heute wesentlich fülliger sind, zum anderen vor allem, weil hier Sohn Florian am Schlagzeug sitzt. Und als ständiger Begleiter der Fantastischen Vier bedient er den Pop-Charakter dieser Stücke. Wolfgang Dauner ruft diese Elektro-Sounds heute einfach von einem Speicher ab, konzentriert sich dafür ganz auf seine Improvisationen. Und da ist er ziemlich einzigartig in seinem melodischem Empfinden. Es ist eine wahre Freude, ihm bei seiner Reise in die Welt der Jazzakkorde zu folgen.

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