Wenn der Herrgott vergibt, muss niemand in der Hölle schmoren: Carolin Kebekus als Kardinal Woelki. Foto: WDR/Melanie Grande

Ist die Kirche zu heilig? In der neuen Ausgabe ihrer Satiresendung hat sich Carolin Kebekus mit der schleppenden Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im Erzbistum Köln auseinandergesetzt.

Kölne - Die Komikerin Carolin Kebekus hat am Donnerstag in ihrer ARD-Show den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki persifliert. „In Köln prüfen wir sehr viel und sehr gerne, aber immer ohne Ergebnis“, sagte sie im schwarzen Talar. Auf die Frage, ob sein Vorgänger Kardinal Joachim Meisner (1933-2017), dem in einem Missbrauchsgutachten Pflichtverletzungen vorgeworfen worden waren, jetzt in der Hölle schmore, antwortete der Kebekus-Woelki: „Der Herrgott hat ihm sicher vergeben und ihn zu sich in den Himmel geholt.“

Forderung einer Gerechtigkeitskommission

Kebekus kritisierte insbesondere, dass die Aufarbeitung des Missbrauchs der Kirche selbst überlassen werde und sowohl die Staatsanwaltschaften als auch die Politik im Wesentlichen untätig blieben. „Ist die mächtige Institution Kirche, die ja eigentlich ein besonders hohes Maß beim Thema Moral und Ethik an den Tag legen sollte, in Deutschland zu heilig?“ Sie plädierte dafür, dass sich der Bundestag mit einer Wahrheits- und Gerechtigkeitskommission in die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Kleriker einschalten sollte.

Für die „Carolin Kebekus Show“, deren zweite Staffel gerade begonnen hat, ist die Satirikerin in diesem Jahr mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet worden.

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