Cara Kienzle singt bei The Voice of Germany. Foto: Joyn/Andre Kowalski

Lange war Cara Kienzle zu schüchtern, um vor der eigenen Familie zu singen, dann gingen ihre Videos viral. Jetzt ist sie bei The Voice of Germany dabei – wir haben mit ihr gesprochen.

Die große Bühne war für sie lange unvorstellbar. „Ich habe nicht mal vor meiner Familie gesungen“, erzählt Cara Kienzle im Gespräch mit unserer Zeitung. Nun aber wagt die 24-Jährige aus Fellbach den Schritt ins Rampenlicht: Sie ist Kandidatin bei der Jubiläumsstaffel von The Voice of Germany, die an diesem Donnerstag startet. Wir haben sie vor der Ausstrahlung der Show im Urlaub erreicht und mit ihr gesprochen.

 

Seit dem Kindesalter singt Cara, doch meist für sich allein. Ihr Herz schlägt vor allem für aktuelle Hip-Hop- und Popmusik, in ihrer Stimme schwingt auch eine gewaltige Portion Soul mit. Erst auf Drängen von Freunden begann sie, Videos bei Instagram und TikTok hochzuladen – die richtige Entscheidung, wie sich zeigte.

„Das erste Video, das richtig viral ging, war ein Cover von ‚Wenn du 14 bist’ von Ayliva – plötzlich waren es fast 600.000 Klicks“, sagt sie. Für den entscheidenden Schritt sorgte schließlich ein Freund: „Ich hätte mich nie selbst bei The Voice of Germany angemeldet. Er hat mich eingetragen, mit meinem Einverständnis.“ Tatsächlich stand die Fellbacherin im Mai bei den Blind Auditions in Berlin auf der Bühne.

@cara.kienzle Wenn du 14 bist… @A Y L I V A🎙 #wenndu14bist #ayliva #fyp #singing #goviral ♬ Originalton - cara.kienzle

Cara aus Fellbach – „Voice of Germany“ trotz Schüchternheit

Die prominente Jury von The Voice of Germany besteht in diesem Jahr aus:

  • Rea Garvey (der irische Sänger ist seit Jahren eine feste Größe bei The Voice)
  • Nico Santos (erfolgreicher Singer-Songwriter aus Bremen)
  • Shirin David (Rapperin, Sängerin und Webvideo-Produzentin)
  • Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier

Cara sang beim Auftritt bei the Voice jenen Song von Ayliva, der im Netz so gut angekommen war. Wie es dabei für sie lief, darf sie allerdings nicht verraten. „Da warten wir lieber die Ausstrahlung ab“, sagt sie und lacht. Klar ist nur: Für sie war es ein Sprung ins kalte Wasser. „Eigentlich ist es krass: Ich hatte noch nie wirklich vor Leuten gesungen, dann stand ich das erste Mal gleich auf so einer riesigen Bühne.“

Beim Auftritt schaltet Caras Körper auf Autopilot

Vor dem Auftritt sei sie erstaunlich gelassen gewesen, erinnert sie sich. „Meiner besten Freundin fiel noch auf, wie entspannt ich sei. Aber in dem Moment, als ich aufgerufen wurde, ist alles gekippt. Ich dachte nur: Wie komme ich da wieder raus?“ Die Minuten auf der Bühne verschwimmen für sie im Rückblick: „Mein Körper hat auf Autopilot geschaltet. Ich weiß kaum noch, was passiert ist.“

Begleitet wurde sie von ihrer Familie – Eltern, Bruder und Freundin waren vor Ort. Auch Freunde und ihr Partner saßen im Saal. „Es war purer Stress“, sagt Cara. „Aber ich wollte mir beweisen, dass ich es schaffen kann.“

Die diesjährigen Juroren von „The Voice of Germany“ Foto: Joyn/ Christoph Köstlin/ Dung Dguyen

Studienabschluss und The Voice of Germany: Cara Kienzle rockt beides

Die Teilnahme bei der Castingshow fiel in eine ohnehin turbulente Zeit. Parallel zu den Dreharbeiten schrieb Cara ihre Bachelorarbeit in Sozialer Arbeit an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. „Ich habe im Zug noch Korrektur gelesen und die Arbeit abgegeben“, erzählt die ehemalige Schülerin der Fellbacher Auberlen-Realschule und des Waiblinger Berufskollegs. Inzwischen hat sie das Hochschulzeugnis in der Tasche und sucht eine Stelle als Sozialarbeiterin. Doch die Musik bleibt ihr wichtig.

„Mir ging es dabei gar nicht so sehr darum, ein Star zu werden“, betont sie. „Es war mehr die Challenge, über meinen Schatten zu springen.“ Die Reaktionen aus Fellbach und darüber hinaus seien überwältigend gewesen. „Ich habe nur positive Rückmeldungen bekommen. Viele meinten: Endlich machst du das.“

The Voice of Germany startet am 25. September um 20.15 Uhr auf ProSieben, die zweite Folge läuft am Freitag in Sat.1. In der 15. Staffel gibt es einige Neuerungen: Popstar Calum Scott betreut eine „Comeback Stage“ für ausgeschiedene Kandidaten, außerdem kehren sogenannte Allstars aus früheren Staffeln zurück.

Ob Cara Kienzle den Sprung in die nächste Runde schafft, sehen die Zuschauer in den kommenden Wochen. In welcher Folge der erste Auftritt der Fellbacherin zu sehen ist, steht noch nicht fest. Cara selbst hofft, die Ausstrahlung nach dem Urlaub daheim in Fellbach verfolgen zu können – am liebsten mit Familie und Freunden. „Das wäre perfekt: erst gemeinsam schauen, dann raus zum Fellbacher Herbst.“