Car2go in Toronto Aus für die Daimler-Mietwagen

Von red/AP 

In Toronto hat Car2go 80.000 Nutzer. (Symbolfoto) Foto: dpa
In Toronto hat Car2go 80.000 Nutzer. (Symbolfoto) Foto: dpa

Das Carsharingangebot Car2go von Daimler zieht sich aus Toronto zurück. Grund dafür sind neue Vorschriften zum Parken in der Stadt. Stadtverwaltung und Unternehmen gehen Zerstritten auseinander.

Toronto - Ein Streit um Parkplätze hat den Carsharing-Anbieter Car2go bewogen, seinen Dienst in Toronto auf unbestimmte Zeit einzustellen. Das Unternehmen im Besitz von Daimler teilte am Donnerstag seinen rund 80 000 Nutzern in der größten Stadt Kanadas mit, dass sie nur noch bis 31. Mai Autos mieten könnten.

Der Vorstandsvorsitzende von Car2go, Paul DeLong, erklärte, ab Juni fielen in Toronto wegen neuer Vorschriften zum Anwohnerparken etwa 10 000 Parkplätze weg, die für die Mietwagenflotte dann fehlten. Der Stadtrat bevorzuge Autobesitzer gegenüber den Carsharing-Nutzern. Diese Art der Automietung im Minutentakt, bei der Fahrzeuge im Stadtgebiet verteilt stehen und genutzt werden können, ist besonders bei jungen Leuten beliebt, die sich kein eigenes Auto kaufen wollen oder können.

Parken nur mit besonderer Genehmigung

„Es ist eine sehr schwierige Entscheidung, aber eine, die uns die Stadt aufgezwungen hat“, sagte DeLong. „Für eine Stadt, die sich selbst als Innovations-Hub sieht, muss ich mir bei dieser Engstirnigkeit and en Kopf fassen.“

Torontos Bürgermeister John Tory erklärte, der Stadtrat ermutige Car-Sharing, das müsse aber sorgfältig geregelt werden in einer Stadt, in der die Bürger bereits Schwierigkeiten hätten, für ihre eigenen Autos einen Parkplatz zu finden. Bereits jetzt dürfen in vielen Wohngebieten Autos nur mit besonderer Genehmigung abgestellt werden, die von den Besitzern bei der zuständigen Behörde beantragt werden muss. Ab Juni wird das Anwohnerparken ausgeweitet.

„In diesem gesamten Prozess hat Car2go Konfrontation der Zusammenarbeit den Vorzug gegeben“, kritisierte Tory. Dass das Unternehmen nun seinen Dienst in Toronto einstelle, sei bedauerlich.

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